HAART bzw. cART (Allgemeines)

Marc @, Freitag, 05.07.2019, 22:22 (vor 100 Tagen) @ MO

Aber man therapiert doch heute schon HIV im Gehirn resp. HIV in den Nervenzellen mit liquorgängigen, antiretroviralen Substanzen?

Oder meintest du die monoklonalen AK braucht es für die CRISPR Maschine?

Hallo MO,

Sorry. Wir haben aneinander vorbeigedacht. Meine Betonung lag auf "velversprechend".

Es gibt im Rahmen der Behandlung von HIV sicherlich einige liquorgängige anti(retro)virale Therapien (HAART). Das Problem ist nur, dass es bisher nur anekdotische Wirksamkeisnachweise für HAART (wie z.B. Combivir) gibt.

Man weiß zwar um einen gewssen Zusammenhang da HIV Patienten nahezu nie eine MS entwickeln, strukturierte Studien mit Medikamenten wie Raltegravir konnten jedoch bisher keinen Nachweis liefern.

Daher ist bei antiviralen MS Therapien aktuell der Fokus auf eine Bindung des HERV-W Retrovirus. Und da sind noch Fragen offen, ob der behandelnde Monoklonale Antikörper auch ausreichend liquorgängig ist.

Parallel gibt es auch Bestrebungen, anti-EBV Wirkstoffe zu finden, die ebenfalls ins ZNS transportiert werden müssten.

Zusammengenommen ergeben sich Komplexitäten, die wohl noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werden wenn man über diese Schiene eine Lösung finden will. Ansonsten kann man man immer hoffen, dass bis dahin ein "Glückstreffer" mit einem HAART gelingt.

Es sollte nur niemand behaupten, dass in der MS Forschung seit Jahrzehnten nichts passiert und alles darauf hinauslaufen würde, den Patienten immer weitere Immuntherapien anzudrehen..

Gruß,
Marc


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