E-Tretroller (Straßencafé)

Karo, Samstag, 29.06.2019, 15:43 (vor 23 Tagen) @ naseweis

Seit zwei Wochen sind sie auf den Straßen unterwegs - und es gibt bereits erste Unfälle mit Elektrostehrollern. Für die Automobilclubs ist klar: Es gibt nicht genug Platz für die neuen Verkehrsteilnehmer.

Die neuen Verkehrsteilnehmer sind die alten.

Nicht Verkehrsteilnehmer wurden neu gemacht, sondern ein neues motorgetriebenes Fahrzeug wird massenhaft in den bestehenden Verkehrsraum gepumpt - und sollte trotz Motor zunächst tatsächlich die Infrastruktur für Fußgänger nutzen. Also Gehwege, die eigentlich als Schutzraum für Fußgänger vor dem Fahrverkehr konzipiert sind.

E-Tretroller werden als umweltfreundlich gepriesen, was nur in seltenen Fällen zutreffend sein dürfte, denn es kommt darauf an, welches Fortbewegungsmittel mittels E-Tretroller substituiert werden soll.

Wenn Fußgänger auf E-Tretroller umsteigen, ist es umwelt- und ressourcenfeindlich, Zufußgehen hat eine deutlich günstigere Ökobilanz als Rollern (ganz besonders bei Kurzstrecken).

Wenn Radfahrer auf E-Tretroller umsteigen, ist es umwelt- und ressourcenfeindlich, weil ein klassisches Fahrrad keinen Akku hat und eine deutlich höhere Lebensdauer als ein E-Scooter (letzterer ca. 3 Monate bis zur Schrottreife).

Wenn ein ÖPNV-Nutzer auf E-Scooter umsteigt, ist die Ökobilanz ebenfalls negativ.

Der einzige Fall einer umwelt- und ressourcenfreundlichen Nutzung von E-Tretrollern besteht im Umstieg vom PKW auf Scooter. Das dürfte aber nur sehr, sehr selten der Fall sein. Niemand schafft seinen PKW wegen so einem Spielzeug ab.

Auch glaube ich nicht, dass der ADAC die breiteren Radwege auf der Fahrbahn sehen will oder auf den Parkstreifen rechts und links der Fahrbahn - es ist Wahnsinn, wie viel Verkehrsfläche durch nutzlos herumstehende PKW verbraucht wird, durch sog. "Parkzeuge" und "Stehzeuge" - während Radfahrer, die umweltfreundlichsten Verkehrsteilnehmer überhaupt, nirgendwo eine konsistente, zufkunftsfähige Infrastruktur vorfinden, die eigens für ihre Bedürfnisse und Fahreigenschaften geplant und gebaut wurden.

Ich befürchte, dass der ADAC die breiteren Radwege auf die Gehwege verlegt wissen will, als klassische "Hochbordradwege", nur eben mit modernerem Zuschnitt. Es bleibt dann aber eine gemeinsam genutzte Fläche. Hochbordradwege sind für Radfahrer übrigens viel gefährlicher als das vorschriftsmäßige Fahren auf der Fahrbahn, die Unfallstatistik ist da eindeutig.

Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören laut StVO auf die Fahrbahn (ugs. "Straße" genannt). Radwege sind nur selten benutzungspflichtig, nicht mal dann, wenn es ausdrücklich per VZ angeordnet wurde. Befinden sie sich in schlechtem Zustand, müssen sie nicht benutzt werden, egal welches VZ da steht.

Gehwege sind für Fahrzeuge tabu (Fahrrad, E-Tretroller etc.). Falls sie freigegeben sind, gilt absoluter Fußgängervorrang. Fußgänger dürfen weder behindert noch gefährdet werden.


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