Mal wieder ein MS-Thema: Stress macht mürbe (Therapien)

Marc @, Donnerstag, 13.06.2019, 13:46 (vor 4 Tagen) @ W.W.

Meine Gedanken sind seit langem etwa so: Eine MS tritt in Belastungssituationen auf, und es sind keine Belastungen, die schnell kommen und schnell wieder vergehen, sondern Belastungen, die sich monate-, wenn nicht jahrelang aufgeschaukelt haben.

Ich habe nie geglaubt, dass es die Belastungen selbst sind, die die Ursache der MS sind, sondern sie tragen zum Entstehen der MS nur bei, denn erstens ist jeder Mensch anders und empfindet Belastungen in einer anderen Intensität, und zweitens scheint die veränderte Hormonlage in einer chronischen Stresssituation nicht die direkte Ursache für die Krankheit zu sein, sondern ihr nur einen fruchtbaren Boden zu bereiten.

Dazu kam die ständig wiederholte Aussage: Wenn Stress etwas mit der MS zu tun haben würde, müsste die MS-Rate in Kriegszeiten besonders hoch sein. Auch diese Überlegung scheint mir irreführend zu sein. Der schlimmste Stress kann der sein, den man nicht sieht!

Danke für ihre Klarstellung. Einen pauschalen Zusammenhang zwischen "Stress" und Autoimmunkrankheiten wird es so nicht einfach geben können. Fühle mich in gewisser Weise allein durch meine Erfahrungen bei einem Klassentreffen vom Wochenende wieder bestätigt.

Um zwei (leicht polarisierende) Beispiele hierzu zu zeichnen: Da war einereits eine abitionnierte Mitschülerin mit hervorragenden Noten die zum Studium nach Wien zog und - von dem was ich wusste - ein eigentlich, erfülltes ausgelichenes Familienleben führte, die aber etwa um die gleiche Zeit wie ich erkrankte. (Aber allem Anschein nach einen sehr leichten Verlauf hatte/hat).

Andererseits gab es einen Mitschüler, der zur Schulzeit eigentlich nur vor hatte, im Leben eine ruhige Kugel zu schieben und vom Vater das Schuhgeschäft zu übernehmen. Nach dem BWL Studium hatte er aber Blut geleckt und ist mit ein paar Beziehungen in der Steuerberatungskanzlei von einem Familienfreund eingestiegen um irgendwann auf Insolvenzverwalter umzuschulen. Ein paar Jahre später befand er sich - recht unerwartet - in der Mitte einer Insolvenz aufgrund welcher sehr viele Arbeitsplätze auf dem Spiel standen. Er spürte Druck von Lieferanten, Betriebsratsvertretern, aus der Politik und den Medien.

Das Verfahren erstreckte sich über Jahre. Ich hätte ihm nicht zugetraut, damit ohne weiteres zurecht zu kommen. Tatsächlich war er am Wochenende fast der Alte. Wirkte natürlich deutlich reifer als andere Mitschüler war aber körperlich, bis auf ein paar Falten und graue Haare, vergleichsweise sehr fit.

Was mich ehrlich gesagt mehr erstaunte war, wie sehr einige andere Mitschüler mittlerweile in ihrer körperlichen Erscheinung gealtert waren. Insbesondere einige ehemalige Mitschülerinnen. Damals rauchte nahezu die gesamte Klassenstufe. Gefeiert wurde auch regelmäßig. Ob das alles eine starke Rolle spielte?

Oder habe ich durch meine Erkrankung die vergangenen zehn Jahre in einem Glashaus verbracht so dass mein eigener Alterungsprozess wohl verlangsamt wurde? Womöglich habe ich durch das ruhige, gesundheitsgewußte Leben mein Risiko auf Probleme wie Herzkreislauferkrankungen bereits schon so reduziert, dass ein mögliches zusätzliches Krankheitsrisiko durch Immuntherapien überhaupt nicht ins Gewicht fallen würde...

Oder ist "Gesundheit" nicht doch letztendlich rein eine Frage der Perspektive - egal welche Definition nun darüber gestülpt wird?


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