Woher rührt unsere panische Angst vor dem Sterben? (Straßencafé)

W.W. @, Dienstag, 14.05.2019, 21:20 (vor 102 Tagen) @ Meta

Es muss irgendetwas in uns geben, dass uns den Tod entsetzlich erscheinen lässt - entsetzlicher vielleicht als er tatsächlich ist. Es ist ein namenloses Grauen, das viele von uns ergreift, wenn wir an den eigenen Tod denken.

Ich glaube nicht, dass der Ursprung irgendein Ort in unserem Gehirn ist, sondern eher etwas Hormonelles, das uns überschwemmt, aber auch das wirft natürlich Fragen auf. Diese Angst, die wir vor dem eigenen Sterben haben, schützt uns natürlich, aber sie hindert uns auch manchmal daran, und der Folter oder einem qualvollen Sterben zu entziehen.

Ich glaube, es muss so sein, dass uns der "rationale" Umgang mit dem Tod versagt ist, dennoch bleibt das Ganze ein großes Rätsel für mich. Ich kam in einem anderen Zusammenhang darauf. Es ging um eine seltsame Schlafstörung, dass jemand ab und zu aus einem eher angenehmen Traumgeschehen in einen Alptraum abrutscht, in dem er plötzlich vor einer tiefen Schlucht steht, über die eine schmale Brücke ohne Geländer führt, und man weiß, man muss da hinüber, aber man traut sich nicht.

Das Furchtbare ist, dass man diesen Alptraum nicht los wird, wenn man es nicht wagt. Aber die schmale Brücke hat kein Geländer, und die Gefahr ist groß, dass man mitten auf der Brücke nach unterschaut, auf die Knie fällt, sich nicht festhalten kann und in die Tiefe stürzt.

Ich habe keine Ahnung, wie das ist, aber meine Vorstellung davon ist schrecklich. Man stelle sich einmal vor, dass man anfänglich stürzt, dann aber zu schweben und zu fliegen beginnt, bis man das Bewusstsein verliert.

Es muss eine starke Kraft in uns geben, die uns am Leben hält.

W.W.


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