Gehweg = Schutzraum für Fußgänger vor Fahrverkehr (Allgemeines)

Karo, Donnerstag, 09.05.2019, 18:20 (vor 105 Tagen) @ naseweis

Der Gehweg ist zum Gehen und nicht zum E-rollern, sonst würde er Rollweg heißen

So ist es.

Ein Gehweg ist ein Schutzraum für Fußgänger vor dem Fahrverkehr.

Nicht nur Kraftfahrzeuge sind Fahrzeuge, sondern auch Fahrräder. Deswegen müssen auch Radfahrer regelhaft die Fahrbahn benutzen, also die sog. "Straße". Ausnahmen sind klar gekennzeichnet. Für Kinder bis 8 Jahre und bis 10 Jahre gelten gesonderte Regeln.

Die Sperrung des Gehweges für den Fahrverkehr ist sinnvoll, weil Fußgänger und Radfahrer völlig andere Bewegungseigenschaften haben. Fußgänger haben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 4 km/h, einen Bremsweg von max. 2 Schritten und keinen Kurvenradius (bei Richtungswechsel). Das bedeutet, dass sie auch ihre Aufmerksamkeit ganz anders fokussieren als Radfahrer oder E-Roller.

Bei ausnahmsweiser Benutzung des Gehweges durch Radverkehr gilt, dass Fußgänger zu keinem Zeitpunkt und auf keine Weise behindert oder gar gefährdet werden dürfen.

Das wird allerdings selten beachtet, denn der Sanktionsdruck ist verschwindend gering, die Bußgelder lächerlich niedrig.

In der bisherigen Rechtsprechung haben Radfahrer bei Unfällen auf dem Gehweg immer zu 100 Prozent Alleinschuld.

Dass die allermeisten Unfälle gar nicht gemeldet werden, weil Radfahrer Unfallflucht begehen, steht auf einem anderen Blatt.

Ich erlebe regelmäßig mangelnde Rücksichtnahme auf den Gehwegen und in Scheuers bescheuertem Entwurf stand da auch NIX von drin

Das muss nicht extra drinstehen, § 1 StVO gilt auch auf Gehwegen.

Fahrverkehr auf Gehwegen ist nicht zuletzt deshalb hochproblematisch, weil Fußgänger und Radfahrer (E-Roller) etc. oft gar keine Sichtbeziehung zueinander aufbauen können, weil Plakatwände, Aufsteller, Bepflanzungen etc. die Sicht versperren.

Besonders kritisch sind Ecken und Kurven bei Eckrand-Bebauung. niemand kann um die Ecke gucken, aber trotzdem wird mit Hochgeschwindigkeit um die Ecke gerast. Das ist jetzt mit verbotswidrigem Radverkehr auf den Gehwegen schon brutal.

Kritisch sehe ich auch das Fahren und E-Rollern auf dem Gehweg direkt an Hauseingängen vorbei. Das ist ein klassisches Dooring-Problem, wie Radfahrer auf der Fahrbahn es auch kennen, wenn bei einem haltenden oder parkenden PKW plötzlich die Tür aufgerissen wird.

Es gibt nicht nur unsichere Radfahrer, sondern auch unsichere Fußgänger, darunter nicht nur kleine Kinder, sondern unzählige ältere und oder behinderte Menschen:

"Dies würde ausgerechnet den schutzbedürftigsten Verkehrsteilnehmern den letzten, heute zumindest rechtlich fast fahrzeugfreien Raum nehmen. Es würde Zufußgehenden ständige Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangen, die viele allein aufgrund ihres Alters und ihrer Sinneseinschränkungen nicht erbringen können."

Quelle:

https://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/76393/offener_brief_an_den_verkehrsminister_fahrzeuge_gehoeren_nicht_auf_den_gehweg


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