Auch bei Ocrevus hat das Immunsystem schon ausgesetzt (Allgemeines)

Michael27, Sonntag, 14.04.2019, 16:48 (vor 9 Tagen) @ GG

Weil es so gut hierzu passt, füge ich mal 1:1 einen Post ein, den ich vor ein paar Tagen bei Sally's geschrieben habe.

Mein persönliches Fazit:
Selbst für einen Laien ist es eigentlich nicht überraschend, dass mit negativen Effekten zu rechnen ist, wenn man am Immunsystem herumdoktert und dieses teilweise außer Gefecht setzt. Es ist so fantasielos seitens der großen Pharmafirmen, sich nur auf diesen Ansatz zur MS-Behandlung zu konzentrieren. Ein heilendes Medikament zu finden, heißt doch, an die Ursachen ranzugehen - und nicht, im nachhinein das (falsch reagierende) Immunsystem manipulieren zu wollen.


Hier mein Post:
Wie offensichtlich jetzt erst publiziert wurde, trat bei einer Frau im Juli 2017 während der Verlängerungsphase der OPERA-II-Studie für Ocrevus (Phase-III-Studie für schubförmige MS) eine schwere Hepatitis auf:
Hepatitis-Fall

Die Frau konnte nur durch eine Leber-Transplantation gerettet werden. Verursacher war ein sog. "Echovirus 25".

Interessant sind dabei vor allem 2 Dinge:
Erstens bekam der/die Partner(in) von ihr ("a person in close contact with her") gleichzeitig wie sie heftigen Durchfall. Bei dieser zweiten Person klang der Durchfall jedoch schnell und ohne Folgen wieder ab ("recovered quickly").

Zweitens ist Ocrevus ein sog. "Anti-CD20-Antikörper". Bei anderen Anti-CD20-Antikörpern (zur Behandlung anderer Krankheiten als MS) traten auch schon lebensbedrohliche vergleichbare Virus-Erkrankungen auf ("Echoviruses and other enteroviruses have been associated with life-threatening infections in patients receiving anti-CD20 antibodies other than ocrelizumab").

In der OPERA-II-Studie steht, dass von 821 mit Ocrevus behandelten Patienten 1,3 % (also auf gut deutsch: 11) schwere Infekte bekamen ("serious infects").
Zu beachten ist allerdings, dass die OPERA-II-Studie bereits Ende 2016 abgeschlossen und für die Zulassung ausgewertet wurde (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28002679). Der Fall trat also in der sog. "offenen Verlängerungsphase" auf, an der ein Teil der 821 Patienten teilnahm.

Im Oktober 2018 kündigte Roche allerdings einen Erfolgs-Vortrag mit Bezug auf die Verlängerungsphasen zu den OPERA- und ORATORIO-Studien auf der ECTRIMS (weltgrößter jährlicher MS-Kongress) wenige Tage später an - mit verschiedenen Erfolgs-Prozentsätzen und (natürlich) ohne diese lebensgefährliche Hepatitis zu erwähnen (https://www.roche.com/de/media/releases/med-cor-2018-10-10.htm).

Michael


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