Inkompetenz beim "Kompetenznetz MS" (Allgemeines)

Michael27, Freitag, 12.04.2019, 15:06 (vor 12 Tagen) @ GG

Ich habe mir mal die zitierte Quelle angeschaut, weil mich die Zahl erschreckt hat. Nirgends hatte ich vorher gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Kindes mit einem MS-erkrankten Elternteil (in Deutschland), ebenfalls an MS zu erkranken, so hoch ist, nämlich bei 2 %.

Quelle ist die Seite 246 des "Qualitätshandbuches MS" des Kompetenznetzes Multiple Sklerose KKNMS (http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/wp-content/uploads/2018/11/KKNMS_Qualit%C3%A4tshandbuch-MS-NMOSD_2018_webfrei.pdf).

Leider sind die veröffentlichten Zahlen höchst fragwürdig.
So steht auf der Seite "Über uns" des KKNMS: "Hochrechnungen zufolge sind mindestens 200.000 Menschen in Deutschland betroffen". Das ist wohl etwas zu niedrig gegriffen, aber nicht ganz falsch.
Alle mir vorliegenden seriösen Quellen der letzten Jahre sprechen von "mindestens 250.000" und beziehen sich z.B. auf die bei den Krankenkassen bzgl. MS behandelten Patienten.
Auf der erwähnten Seite 246 des insgesamt 338-seitigen "Qualitätshandbuches" wird hingegen eine Häufigkeit von 1:1000 bzgl. MS-Erkrankungen in der Allgemein-Bevölkerung in Deutschland genannt. Es gäbe also etwa 80.000 MS-Kranke in Deutschland ...
Dasselbe "Kompetenznetz" spricht also einmal von 80.000 und einmal von "mindestens 200.000" MS-Betroffenen. Ja was denn nun ?

Ich rege mich wahnsinnig darüber auf, wenn in den vermeintlich seriösesten Publikationen der renommiertesten Ärzte mit detaillierten Handlungs-Empfehlungen bzgl. aller MS-Medikamente bzgl. der MS-Prävalenz widersprüchlicher Schwachsinn steht. Ein Faktor 3 nach oben oder unten scheint belanglos zu sein. Das ist für Menschen mit einem wissenschaftlichen Anspruch einfach nur völlig unseriös - und verunsichert MS-Betroffene mit Kinderwunsch natürlich !

Den sich aus der MS-(Ausbruchs-)Wahrscheinlichkeit für die Allgemein-Bevölkerung gegenüber der MS-(Ausbruchs-)Wahrscheinlichkeit für das Kind eines/r MS-Kranken sich ergebende Faktor 20 schließlich ist gegenüber allem, was ich bisher aus der Literatur kenne, so was von extrem hoch, dass es einem nur noch die Sprache verschlägt. Ich habe bisher maximal einen Faktor 5 gefunden. Das kommt eben daher, dass die Wahrscheinlichkeit in der Allgemein-Bevölkerung (angeblich 1:1000) zu niedrig und die Wahrscheinlichkeit bei einem MS-kranken Elternteil zu hoch (2 %, also 1:50) angesetzt ist.

Michael


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