Das ewige Lied der menschlichen Unvollkommenheit (Allgemeines)

W.W. @, Freitag, 11.01.2019, 12:47 (vor 10 Tagen) @ agno

P.S.: Klingt der Tenor meines Postings hoffnungslos?

Nehmen wir einmal an, irgendwann einmal vor 1 oder 2 Milliarden Jahren hätten sich als Folge ständiger Blitzeinschläge in einem relativ warmen Urozean ein paar Aminosäuren und Nukleotide gebildet, die so rasch wieder zerfallen sind, wie sie entstanden wären.

Und nach weiteren 10 oder 20 Millionen Jahren hätte sich um ein paar dieser Moleküle herum ine Membran gewickelt, ein Kompatiment, in dem es zu einem Informationsaustausch gekommen wäre.

Schließlich wäre eine Bakterienzelle entstanden und Flimmerhäarchen und daraus hätten sich Zellkolonien gebildet, bis schließlich ein mehrzelliges Wesen entstanden wäre.

Und daraus wäre dann vor 4 oder 10 Millionen Jahren ein Mensch geworden.

Wenn man die Geschichte so darstellt, ist wenig Hoffnung.; denn eine physikochemische Struktur wäre entstanden, hätte sich abgekapselt und Energieaustausch betrieben. Was da entstanden wäre, wäre so etwas wie Unkraut, das sich in den Ritzen zwischen den Steinen breit macht, sich mit seinen Wurzeln unter der Oberfläche immer weiter verzweigt und schließlich Sporen an seiner Oberfläche entwickelt, die der Wind im Frühjahr davonträgt.

Tatsächlich ist so eine Geschichte an sich trostlos. Die Gebilde, die auf diese Weise entstehen, sind so geistfern wie die Nanoroboter, die sich Michael Crichton ausgedacht hat.

Wenn es tatsächlich Hoffnung gäbe, müsste in einer Fulguration etwas ganz Neues aus der Materie entstanden sein, nämlich Geist. Das ist das, was hier im Forum manchmal so hartnäckig bestritten wird. Weil Geist nicht aus Materie entstehen kann!

Geist wäre ja immerhin etwas, was sich selbst betrachtet, als etwas Gottähnliches. Aber wäre dann nicht das Leben einem tyrannischen Dämon ausgeliefert???:-( Einem Leben, das nichts anderes im Sinn hat als zu leben? Ein Perpetuum mobile, das seinen Geist dazu benutzt, sich geistlos in jede Ritze auszubreiten?

Wenn das so wäre, dann wäre es sogar noch schrecklicher, als wenn der Geist gar nicht entstanden wäre.

Ich glaube(!), je mehr wir in der Dinge Tiefe trachten, je genauer wir die Dinge zerlegen, um zu begreifen, wie sie funktionieren, desto mehr verlieren wir das Große, ganze aus den Augen. Von einem gewissen Punkt unserer Mikroskopiersucht an, wird sich das Große und Ganze auflösen, und wir werden nur noch die Zellen, Enzyme und Oberflächenstrukturen sehen.

Und wir werden erkennen, dass wir diese verwirrende Vielfalt von submikroskopischen Strukturen nur auf dieselbe Weise zusammensetzen können, wie wir si zerlegt haben. Dann werden wir befriedigt feststellen, wie die Welt funktioniert und was sie im Innersten zusammenhält.

Ich denke, wir werden wie der Ochse vor dem Berg stehen und kein bisschen weitergekommen sein.:-( Und wenn wir die Molekularstruktur der MS begreifen und wie Lymphozyten in Lymphknoten reifen und sich ausdifferenzieren, schließlich ins Blut schwärmen und unter (un-)günstigen Bedingungen am Schopf gepackt und durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn gezerrt werden, um dort eine neue Ritze zu begrünen, dann werden wir nur scheinbar die MS besser verstehen.

Wirkliche(!) Hoffnung gibt es nur, wenn es diesen Geist, den manche für ein Hirngespinst halten, wirklich gibt und wenn er nicht aus einem physikochemischen Gebräu "aufgetaucht" (emergiert) wäre. Nur ein Gott kann uns noch retten.

W.W.


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