Verschiedene Lebenseinstellungen, komplexere Medizin und psychische Verfassung? (Allgemeines)

W.W. @, Sonntag, 06.01.2019, 16:26 (vor 231 Tagen) @ jerry

D'accord!! Aber die psychische Verfassung, die wir chronisch Kranken 'entgegensetzen' sollten, ist was ganz Anderes, als wenn jemand von einer oder mehreren psychischen Fehlhaltungen mutmaßt, die die körperliche Erkrankung ausgelöst oder verursacht haben sollen.

Ja, ich sehe ein, dass wir uns alle nur einen Reim machen über das Unvorstellbare und Unvorhergesehene, was auf uns zugekommen ist. Es sind Narrative: zusammengesponnen, weil wir es uns anders nicht besser erklären können.

Aber sind die Geschichten, die wir uns über den Beginn der MS oder einzelner Schübe zusammenreimen, Märchen? Wenn jemand die Scheidung seiner Eltern dafür verantwortlich macht, den tödlichen Unfall eines Geschwisterkindes, eine verfehlte Versetzung, Liebeskummer, eine Beförderung, die ein anderer bekommen hat?

Es hat also nichts Objektives, wenn man alle diese Geschichten aufzählt und in welchem zeitlichen Zusammenhang sie zur MS oder zum Schub standen. (Ganz abgesehen davon, dass die Trennung der Eltern sehr lange dauern kann.)

Soltte man diese Geschichten also missachten, als Phantasieprodukte betrachten? Oder sagen sie dennoch irgendetwas aus? Mehr und mehr denke ich, dass die Medizin keine Naturwissenschaft ist, in der man etwas beweisen oder Experimente machen kann.:-(

Sind also "Belastungen" falsch, weil man sie nicht beweisen kann? Oder verwechseln wir " einleuchtende Interpretationen" mit "schlüssigen Beweisen"? Weil wir in der Medizin etwas "beweisen" wollen, was man nur in der Physik beweisen kann?

W.W.

LG, jerry


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