...Beispiel Fieber (Therapien)

jerry @, Donnerstag, 06.12.2018, 17:02 (vor 5 Tagen) @ GG

Liebe GG,

ich hatte Hendrik so verstanden, als wolle er den Körper unterstützen, dessen SOLL- und ISTWert noch nicht dort oben sind, wie es zur Abwehr eines aktuellen Infektes gut wäre.

Also:

wenn Füße und Unterschenkel noch kalt, und subjektiv Frieren / Schüttelfrost bestehen, dann hat der Körper den SOLLwert der Temperatur schon nach oben verschoben, aber der ISTwert ist noch nicht bei diesem vorübergehenden neuen 'Norm'wert angekommen.

In dieser Situation hilft 'Warm einpacken' und wird patientenseitig auch als angenehm empfunden. Wärmeableitende Maßnahmen (Wadenwickel!) sind jetzt nicht sinnvoll und werden (bei ohnehin kalten Waden und Füßen!!) auch nicht als angenehm erlebt.

Was Du beschreibst - nur noch leicht zudecken und Wärmeableitung (z.B. auch in Form von Wickeln etc.) - das ist dann evtl angebracht, wenn es als lindernd erlebt wird und der Körper längst beim zeitweiligen SOLLwert von meinethalber 39.5 Grad angekommen ist, inclusive warmer Waden und Füße.
Zumindest eine Überwärmung sollte in der Situation vermieden werden.

Wer übrigens Sorgen hat, das Fieber könne ins Unermessliche steigen und zur Lebensgefahr werden: Luft nach oben ist in den alltäglich gewohnten Fieberzuständen (fast) immer. Erst länger anhaltende Temperaturen von über 42 Grad würden gefährlich.

Fieber über 41 Grad hab ich in fast dreißig Jahren kinderärztlicher Tätigkeit übrigens nur ganz selten 'erlebt'.

Fiebersenkende Medikamente, die 'einfach' dem Körper sozusagen ins Handwerk pfuschen und vermitteln 'wenn Du SOLL so einfach nach oben regulierst, dann reguliert mein schönes Medi den SOLL halt einfach wieder runter', die sind abwehrtechnisch eigentlich kontraproduktiv und meist unnötig.

Natürlich darf man sich medikamentös vor der Nacht entlasten, wenn man z.B. nicht ständig nachmessen will, oder die gleichzeitig bestehenden Kopfschmerzen mit den gleichzeitig schmerzstillend wirksamen Antipyretika (=fiebersenkende Medis) dämpfen.

Aber es ist zu empfehlen, auch damit sparsam und 'bedacht' umzugehen.

Nein Wolfgang, das ist kein Unfug, sondern entspricht wissenschaftlich belegbaren Tipps für Patienten(eltern), vorgetragen unter Auslassung von Medizynerlatein.

:wink:


jerry


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum