Zufall - Schuld - Mitverantwortung - Verstrickung? (Allgemeines)

W.W. @, Samstag, 01.12.2018, 15:37 (vor 13 Tagen) @ W.W.

Ich bin so froh, dass ich beim letzten Punkt angelangt bin. Es geht um eine der umstrittensten Fragen: Zufall - Schuld - Mitverantwortung - Verstrickung?

Warum die Herde überhaupt auftreten, ist zwar unbekannt, aber ganz allgemein gilt die Ansicht, die MS sei eine Krankheit, für die niemand etwas kann. Sie trifft einen zufällig, so wie auch die Herde im ZNS zufällig verteilt seien, und Grundlage dieser Zufallsereignisse seien eben eine genetische Besonderheit des Myelins, das eben besonders leicht mit körperfremdem Gewebe verwechselt werden könne, oder eine Infektion, die man sich zufällig zugezogen habe und an sich harmlose Lymphozyten auf irgendeine Weise "scharfgemacht" hätten.

Auf jeden Fall sei es abwegig anzunehmen, eine seelische Unpässlichkeit könne dazu führen, dass ein Lymphozyt oder das Myelin sich verändern könnte. Das sei so unwahrscheinlich wie dass Uri Geller per Gedankenkraft Löffel verbiegen könne. Natürlich - und das entspricht dem gesunden Menschenverstand - komme es vor, dass das Immunsystem und damit auch die Lymphozyten in gewissen Überlastungssituationen "abgelenkt" wären und damit irrtumsanfälliger seien, aber das träfe für alle Erkrankungen, sogar eine leichte Erkältung zu; sei also nichts MS-Spezifisches.

Mit der Schuldfrage bei der MS verhalte es sich wie mit der Psychoanalyse: Jeder meint, irgendeine verborgene Ursache zu kennen, und er wird diese Annahme wortreich begründen - wortreich wie ein Anhänger von Jehovas Zeugen. Je besser jemand ausgebildet ist, desto besser kann er einem etwas einreden!:-(

Ich persönlich meide die Wörter "Schuld" oder "Mitverantwortung" und spreche lieber von "Verstrickung". "Verstrickt" ist man, wenn z.B. die Mutter Alzheimer bekommt. Es wäre unsinnig in einem solchen Fall von Schuld zu sprechen, aber dennoch muss man mit dieser neuen Situation irgendwie umgehen. Soll man sie ins Altersheim stecken, wo sie auf keinen Fall hinwill? Traut man sich zu, sie zuhause zu pflegen? Und wer kümmert sich um sie? Der Ehemann, die Kinder oder bleibt doch alles an der Frau hängen?

W.W.


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