Gibt es 4 Subtypen der MS? (Allgemeines)

W.W. @, Samstag, 01.12.2018, 12:45 (vor 9 Tagen) @ W.W.

Ich komme zu Punkt 11: Ich glaube, dass es eine und nur eine MS gibt - und die angeblichen 4 Subtypen alle unter einen Nenner zu bringen sind.

Ich kenne jemanden, der Stein und Bein darauf schwört, dass die MS verschiedene Subtypen hat. Eine MS gäbe es genau so wenig wie ‚den Krebs’ oder ‚den Husten’. Er bezieht sich auf Arbeiten von Lassmann, Brück und Lucchinetti, Aufgrund der Analyse von Gewebe aus MS-Läsionen ist Wolfgang Brück überzeugt, dass sich vier Subtypen der Demyelinisierung unterscheiden lassen. Zwei davon sind durch Autoimmunreaktionen bedingt. Sie kommen bei etwa 75 Prozent der MS-Patienten vor. Bei dem übrigen Viertel liegt offenbar eine erhöhte Empfindlichkeit der Oligodendrozyten vor und keine primäre Autoimmunreaktion.

Vier mögliche Subtypen der MS
1. Durch T-Zellen und Makrophagen vermittelter Verlauf: Aktivierte T-Zellen und Makrophagen dringen über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn ein und greifen das Myelin direkt an.
2. Humoral vermittelter Verlauf: Hier findet man Antikörper, die sich auf das Myelin setzen. Makrophagen bauen schließlich die geschädigten Myelinscheiden ab.
3. Distale Oligodendrogliopathie: Bei dieser Form werden zwei Proteine in der Myelinscheide nicht mehr regulär produziert. So schwindet das Myelin-assoziierte Glykoprotein (MAG), das innen an der Kontaktstelle zum Axon liegt. Gleichzeitig wird vermehrt Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG) produziert. Dieses Protein liegt an der Außenseite der Myelinscheide. "Irgendwann scheinen die Oligodendrozyten diesen Fehler zu bemerken und begehen Selbstmord", meint Brück. „Der Prozess läuft praktisch ohne Entzündungsreaktion."
4. Primäre Oligodendrozyten-Degeneration: Eine sehr seltene Form, die bisher ausschließlich bei Patienten mit primär progredienter MS beobachtet wurde. Dabei ist auffällig, dass die Oligodendrozyten hier nicht in den Plaques zugrunde gehen, sondern in der normalen weißen Substanz. "Offenbar gehen zuerst die Oligodendrozyten kaputt, und es kommt dann erst sekundär zu einer Entmarkung", so Brück. Der Tod der Oligodendrozyten löst somit erst eine Demyelinisierung und damit die Plaque-Entstehung aus. Weshalb die Oligodendrozyten zugrunde gehen, ist noch unklar.

Ich halte die Hypothese für faszinierend, allerdings wundere ich mich, warum sie so wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

W.W.


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