Muss bei Verdacht auf MS immer der Liquor untersucht werden? (Allgemeines)

W.W. @, Samstag, 01.12.2018, 12:21 (vor 9 Tagen) @ W.W.

Punkt 7: Man braucht eine Liquorpunktion, um bei der MS-Diagnose ganz sicher zu gehen.

Muss bei Verdacht auf MS immer punktiert werden?
Viele Neurologen bestehen auf der Liquoruntersuchung, bevor sie sich auf die Diagnose einer MS festlegen. „Das gehört einfach dazu“, sagen sie und argumentieren, der Nachweis von Herden allein reiche nicht aus, man müsse zusätzlich zeigen, dass sie entzündlicher Natur seien. Das klingt plausibel, aber je älter ich werde, umso mehr denke ich: „Wenn es sich um meine Tochter handeln würde, würde ich dann auch nur der Ordnung halber punktieren?“

Meiner Ansicht nach ist die Liquorpunktion in den meisten Fällen entbehrlich. Sie ist zwar nicht gefährlich, aber doch in einigen Fällen unangenehm. Darum sollte man sie nur durchführen, wenn wirklich etwas davon abhängt. Hat jemand zum Beispiel eine Sehnerventzündung und im Kernspintomogramm MS-typische weiße Flecken, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie eine MS hat, sehr groß – praktisch 99%. Wenn man punktiert und die „Oligoklonalen“ positiv sind, bestätigt der Befund das, was man vorher schon wusste, sind sie negativ, ist damit die Diagnose um nichts unsicherer geworden, da die Oligoklonalen im Frühstadium der MS in mindestens 50% der Fälle falsch negativ sind.

W.W.


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