Grundsätzliches (Allgemeines)

Boggy, Mittwoch, 28.11.2018, 14:23 (vor 12 Tagen) @ Marc

Könnte es sein, dass ein Faktor zur Beobachtung, dass Frauen ein 3-fach höheres Erkankungsrisiko haben, in der unterschiedlichen Aufnahme und Verarbeitung vom Phänomen "Stress" liegt?

(...)

Skeptiker könnten argumentieren, dass dies lediglich gemeldete, studienbgezogene Daten sind, welche die Ungleichheit insgesamt verzerren und dass viele Männer tatsächlich den gleichen Druck wie Frauen empfinden (...)

Genau dies ist ein wichtiges Argument.

Es gibt grundsätzliche Probleme bei der Frage nach einem möglichen Zusammenhang von "Stress" und MS:

Es gibt keine einheitliche Definition für das, was mit "Stress" jeweils gemeint ist. Unterschiedliche Autoren gehen von unterschiedlichen Vorstellungen/Konzepten aus. Man muß immer die Frage nach einer Vergleichbarkeit stellen.

Die historische Dimension wird ausgeblendet.
Die gesellschaftlichen Bedingungen, die beim einzelnen Menschen "Stress" auslösen, sind nicht gleich über die Zeiträume. Die Rollenbilder, die Arbeitsbedingungen, technischen und sozialen Anforderungen sind heute nicht dieselben wie vor fünfzig oder hundert Jahren.
Das heißt, die Art des "Stresses", seine Auswirkungen, seine Verbreitung, sind nicht gleich und nicht ohne weiteres vergleichbar.

Es gibt MS aber schon lange (auch wenn wir nicht wissen können, wie lange genau).
Genauso wenig wissen wir, ob sich die Anzahl der tatsächlich an MS erkrankten Menschen wirklich erhöht hat.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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