Unterschiedliche Wahrnehmungen zum Thema Stress (Allgemeines)

Marc @, Mittwoch, 28.11.2018, 13:58 (vor 16 Tagen)

Könnte es sein, dass ein Faktor zur Beobachtung, dass Frauen ein 3-fach höheres Erkankungsrisiko haben, in der unterschiedlichen Aufnahme und Verarbeitung vom Phänomen "Stress" liegt?

Laut einer im "Journal of Brain & Behavior" veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2016 leiden Frauen doppelt so häufig unter starkem Stress und Angstzuständen wie Männer. Weitere Variabelen waren auch Faktoren wie Zugehörigkeit zu angelsächsisch/europäischen Sozioökoniomischen Kulturen. So berichtet die "American Psychological Association" nahezu jedes Jahr, dass Frauen immer häufiger über Stress berichten. Dieser Unterschied findet sich ausserdem in deutlich höheren Prävalenzraten für Angststörungen bei Frauen wieder.

Skeptiker könnten argumentieren, dass dies lediglich gemeldete, studienbgezogene Daten sind, welche die Ungleichheit insgesamt verzerren und dass viele Männer tatsächlich den gleichen Druck wie Frauen empfinden wenn es darum geht, Verantwortlichkeiten bei der Arbeit und zu Hause zu erfüllen.

Dem kann entgegnet werden, dass laut aktuellem UNO Bericht Frauen fast dreimal so viel unbezahlte Hausarbeit verrichten wie Männer was eigentlich nur eine Bestätigung der traditionell unterschiedlichen Verantwortlichkeiten im häuslichen Umfeld ist.

Zudem bestehen auch bei der Arbeit wissenschaftlich erwiesene Unterschiede bei der emotionalen Verarbeitung von Stress. Eine überwältigende Mehrheit der weiblichen Führungskräfte sehen sich verleitet, ihren Mitarbeitern gegenüber "Optimismus, Ruhe und Einfühlungsvermögen auszustrahlen, selbst wenn dies nicht die Gefühle waren, die sie tatsächlich fühlten". Laut Ansicht von Wissenschaftlern ist dies in Wirklichkeit sogennante subtile "emotionale Arbeit" die mittelfristig einen auslösenden Faktor für Stress darstellt.

Laut einer in der "Personnel Psychology" veröffentlichten Studie führt solche "emotionale Arbeit" im Privatleben der Betroffenen idR. "zu Schlaflosigkeit und familiären Konflikten und anderen Problemen."

Und im Unterschied zu situationsbezogenem Stress, wie die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, von welchenm idR. Männer wie Frauen gleichermasßen betroffen sein können, bedeutet "emotionale Arbeit" einen unlösbaren Dauerzustand für die Betroffenen, also idR Frauen.

Ist die unterschiedliche Wahrnehmung und Präsenz von Stress mit ein Grund weshalb hierzu Foristen so oft aneinander vorbeischreiben?


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