Die Lehrmeinung zur MS ist falsch! (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 27.11.2018, 17:39 (vor 17 Tagen) @ W.W.

Ich fasse hier noch einmal kurz zusammen, was gängige Meinung zur MS ist - auch deswegen, weil ich diskutieren will, warum ich anderer Ansicht bin und der Lehrmeinung der üblichen MS-Experten widerspreche.

1. Die MS ist eine chronische Krankheit, die sich mehr oder weniger bemerkbar machen kann, aber nicht wieder weggeht. Wenn man sie hat, hat man sie sein Leben lang, auch wenn man nichts davon merkt. Manche denken sogar, auch Menschen, die meinen, sie hätten keine MS, hätten in Wirklichkeit doch ein, die nur als Keim angelegt, aber nicht ausgebrochen ist. Darum sind auch die Häufigkeitsangaben zur MS so fragwürdig.

2. Die MS beginnt oft mit Schüben, aber in seltenen Fällen, kann sie sich auch langsam progredient entwickeln. Darum wird in aller Regel eine MS mit schubförmigem Beginn (RRMS) von einer primär progredienten MS (PPMS) unterschieden.

3. Der Erkrankungsbeginn liegt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, obwohl viele Ausnahmen vorkommen. Das wird von einigen darauf zurückgeführt, dass eine MS schon in früher Jugend beginnen kann, ohne dass man etwas davon bemerkt ("stumme MS"; siehe später), oder dass sie sich sogar im Erwachsenenalter so unauffällig entwickeln kann, dass sie leicht übersehen wird.

4. Überwiegend werden Frauen betroffen, was die einen damit erklären, dass Frauen häufiger zu Autoimmunkrankheiten neigen, während andere annehmen, Frauen seien im Leben ganz anderen Belastungen ausgesetzt.

5. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, obwohl es auch sehr typische gibt: eine einseitige Sehminderung, die nur Tage anhält, ein Elektrisieren im Rücken, wenn man den Kopf nach vorne beugt, das Korsettgefühl, die Taubheit einer Hand oder eines Fußes.
Das Auftreten kann man dadurch erklären, dass sich im ZNS Herde entwickeln, die oft nur reiskorn- oder linsengroß sind. Ob die Herde Symptome machen, hängt davon ab, wo sie liegen. So können sie im Sehnerv liegen und führen praktisch immer zu einer Sehstörung oder an den Ufern der Seitenventrikel, wo sie ebenfalls gern liegen, aber man sie nicht bemerkt. Man spricht etwas blumig von "stummen" oder "redseligen" Herden.

6. Auch wenn man die Symptome durch die Herde gut erklären kann, gibt es keine Erklärung dafür, warum sie überhaupt auftreten. Hier gibt es zwei Kontroversen. Die einen meinen, es hätte etwas damit zu tun, dass Lymphozyten, die aus irgendeinem Grund in das Gehirn eingedrungen sind, irrtümlich Oligodendrozyten bzw. die myelinisierten Hüllschichten der Nervenfasern angreifen (so wie Lymphozyten, die aus irgendeinem Grund während der Schwangerschaft zum Fötus gelangt sind, dessen Zellen als nicht-arteigen angreifen zerstören), die anderen hängen einer "Überlastungstheorie" an, meinen also dass es in den Nervenfasern zu "Überlastungen" komme, die den Stoffwechsel in den betroffenen Bereichen verändern und angreifbar machen könnten. Für diese Annahme gibt es übrigens keinen morphologischen oder experimentellen Hinweis. Sie ist eine reine Spekulation.

7. Ich glaube, man kann sagen, dass die Autoimmuntheorie die gängige Theorie zur MS-Ursache ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, die strikte Beschränkung der MS auf das zentrale Nervensystem (ZNS). Niemals wird man also MS-Herde im peripheren Nervensystem (PNS) finden. Warum nicht, wo doch auch im PNS die Nerven myelinisiert sind? Man sagt, es gäbe einen entscheidenden Unterschied: Im PNS sei eine myelinbildende Zelle (SCHWANNsche Zelle) für eine und nur eine Nervenfaser zuständig, während die Gliazellen im Gehirn mehrere Nervenfasern mit Myelin umwickeln würden? Aber ob das ein entscheidender Unterschied ist?
(Übrigens nur zur Klarstellung: Der Sehnerv wird oft als Nerv des peripheren Nervensystems verkannt, ist aber ein Hirnbestandteil!)

8. Weil in den Herden vorwiegend das Myelin angegriffen werde, soll die MS eine Erkrankung der weißen Hirnsubstanz sein. Aber auch hier gibt es Zweifel, denn es wäre ja denkbar, dass man die Herde dort besonders gut sieht, wo viel Myelin vorhanden ist, und dass sie dort "unsichtbar" sind, wo das Myelin in der Hirnrinde etwa gleich häufig vorkommt wie Nervenfasern und -zellen.

9. Die Herde sind - sagen die Pathologen - oft mit bloßem Auge sichtbar, und man sieht sie ja auch gut auf den Kernspinbildern, wo sie geradezu ins Auge springen. Umstritten ist, ob sie zufällig verteilt sind. Das steht in den meisten Lehrbüchern, aber es gibt auch Neurologen, die meinen, sie hätten "Vorzugslokalisationen", seien also bevorzugt im Sehnerven, Halsmark und um die Hirnventrikel herum lokalisiert.

10. Umstritten ist auch der genauere Prozess ihrer Entstehung. Die einen meinen, es beginne damit, dass die Lymphozyten auf das Myelin losgehe und dieses zerstört und durch Narbengewebe ersetzt werde. Dann müsste aber, wenn man dieser Annahme folgt, schon im frühen Stadium der Herdentstehung aggressive Lymphozyten nachweisbar sein, denn ohne bissge Hunde kann es zu keinem Hundebiss kommen.
Diese Annahme beruht darauf, dass die frischen MS-Herde mit Lymphozyten übersät sind, so dass niemand daran zweifelte, dass sie auch die Ursache des Zerstörungsprozesses seien, bis vor kurzem Barnett und Prineas etwas Überraschendes fanden: Einen frischen MS-Herde ohne Lymphozyten. Das scheint die ganze gängige Theorie auf den Kopf zu stellen und wird konsequenterweise als Einzelfallbeobachtung in Zweifel gezogen.

11. Warum die Herde überhaupt auftreten, ist zwar unbekannt, aber ganz allgemein gilt die Ansicht, die MS sei eine Krankheit, für die niemand etwas kann. Sie trifft einen zufällig, so wie auch die Herde im ZNS zufällig verteilt sind, und Grundlage dieser Zufallsereignisse seien eben eine genetische Besonderheit des Myelins, das eben besonders leicht mit körperfremdem Gewebe verwechselt werden könne, oder eine Infektion, die man sich zufällig zugezogen habe, und an sich harmlose Lymphozyten auf irgendeine Weise "scharfgemacht" hätten.
Auf jeden Fall sei es abwegig anzunehmen, eine seelische Unpässlichkeit könne dazu führen, dass ein Lymphozyt oder das Myelin sich verändern könnte. Das sei so unwahrscheinlich wie dass Uri Geller per Gedankenkraft Löffel verbiegen könne. Natürlich - und das entspricht dem gesunden Menschenverstand - komme es vor, dass das Immunsystem und damit auch die Lymphozyten in gewissen Überlastungssituationen "abgelenkt" wären und damit irrtumsanfälliger seien, aber das treffe für alle Erkrankungen, sogar eine leichte Erkältung zu.

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Das ist in Kürze die gängige MS-Theorie. Ich möchte nun versuchen, ihr eine andere Meinung entgegenzusetzen, die meiner Ansicht nach keineswegs aus der Außenseitermedizin oder Naturheilkunde kommt.

Beginnen wir mit Punkt 1:
Die MS ist eine chronische Krankheit, die sich mehr oder weniger bemerkbar machen kann, aber nicht wieder weggeht. Wenn man sie hat, hat man sie sein Leben lang, auch wenn man nichts davon merkt. Manche denken sogar, auch Menschen, die meinen, sie hätten keine MS, hätten in Wirklichkeit doch ein, die nur als Keim angelegt, aber nicht ausgebrochen ist. Darum sind auch die Häufigkeitsangaben zur MS so fragwürdig.

Im Grunde geht es um die Häufigkeit der MS. Niemand weiß, wie häufig sie wirklich ist, und darum kann auch niemand sagen, ob die MS-Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Das scheinen die statistischen Zahlen nahezulegen, aber könnte die MS-Häufigkeit a) nicht in erster Linie damit zusammenhängen, wie häufig sie diagnostiziert wird? Und b) Kann man überhaupt von einer "Krankheit" sprechen, wenn sie nur latent vorhanden ist, also keine Symptome macht?

Wie häu8fig ist die MS wirklich? Ich beziehe mich auf Obduktionsbefunde, also darauf, wie häufig eine MS bei den Menschen vorlag, bei denen nie eine MS diagnostiziert worden war und aus anderen Ursachen (z.B. einem Herzinfarkt oder einem Unfall) gestorben waren. Wie häufig haben also Menschen eine MS, die nichts davon wussten und trotzdem ein höheres Alter erreicht hatten?

...

W.W.


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