Das kleine Einmaleins der MS (Allgemeines)

W.W. @, Sonntag, 25.11.2018, 08:33 (vor 20 Tagen) @ Oliver L.

Ich fand immer den Einfluß des Breitengrades auf die Durchseuchung der Bevölkerung mit MS bemerkenswert.

So ist es mir anfänglich auch ergangen, aber mir sind gerade hinsichtlich des Breitengradeffekts viele Zweifel gekommen. Ich hatte ihn - vielleicht fälschlich - so interpretiert, als handele es sich um eine geographische bzw. klimatische Tatsache, dass sich also Erreger, die zu einer MS prädisponieren, in kälteren und feuchteren Breiten wohler fühlen als am Äquator.

Ich glaube, vielen ist es so gegangen. Dann kam die Sonneneinstrahldauer hinzu, und schien es auf eine zusätzliche Weise offensichtlich zu machen, dass es diesen Breitengradeffekt gibt. Aber vielleicht hat uns der Breitengradeffekt ja auf die falsche Spur geführt?:confused: Denn es ist ja auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Menschen dort, wo die MS häufig ist, reicher als am Äquator sind. Der Breitengradeffekt könnte also auch etwas damit zu tun haben, dass die Menschen sich anders ernähren oder sich seltener ärztlich bzw. kernspintomographisch untersuchen lassen.

So begannen meine Zweifel, aber ich gebe gern zu, dass ich eine Zeitlang sowohl der Erregerhypothese (EBV), als auch der Ernährungshypothese (Europa Kartoffeln, Asien Reis) und schließlich der Vitamin D-Hypothese angehangen habe.

Leider gab es im Laufe der Zeit viele Ungereimtheiten oder Ausnahmen in der Breitengradhypothese, so dass sie vieldeutig geworden ist, also interpretationsbedürftig. Ich persönlich glaube, je mehr Kernspintomographen es in Afrika oder Asien geben wird, desto häufiger wird dort die MS werden. Dazu kommt, dass ich annehme, dass wir keine Ahnung haben, wie häufig die MS wirklich ist und wie ihre Häufigkeit im Laufe der letzten Jahre zugenommen hat.

Da hat uns das Sylvia-Lawry-Institut nicht geholfen, jedenfalls habe ich keine neuen oder verlässlicheren Zahlen erfahren, als ob dieses Institut klammheimlich eingegangen sei. Wenn wir wirklich wüssten, dass die MS-Häufigkeit in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, dann wäre das eine äußerst wichtige Information.

Allerdings könnte es auch sein, dass uns diese Zahl wenig sagen wird, weil es wahrscheinlich ist, dass die Zahl der MS-Diagnosen durch die Kernspintomographie zugenommen hat, also hat die MS zugenommen oder nur die Zahl der diagnostizierten Fälle?

W.W.


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