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Bindungsverlust und -angst (Therapien)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 23.11.2018, 20:13 (vor 22 Tagen) @ IceUrmel

Liebe Jakobine,

ich stimme Dir in Vielem zu. Bindung ist selbstverständlich wichtig – für alle Menschen und erst recht für Kranke.


Doch ich glaube, die Kindheit und die Bindung zu den Eltern der vergangenen Generationen werden so manches Mal arg verklärt.

Ein Kind, das in früheren Zeiten etwas zum Gespräch der Erwachsenen beitragen wollte, galt als altklug oder vorlaut – ein Störenfried, der auch so behandelt wurde.

Das Baby schreit, obwohl die Windel trocken, der Hunger gestillt und das Bäuerchen gemacht ist? Mach die Tür zu, irgendwann wird es schon aufhören.

Noch in den 1970er Jahren wurde seitens der Eltern gezüchtigt (mit Gürtel, Teppichklopfer, Kochlöffel etc.), gedemütigt und bloßgestellt. Davor durften dies auch Lehrer und andere „Autoritätspersonen“.

Kleiner Ausflug am Rande: Astrid Lindgren Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978/Dankesrede: Niemals Gewalt http://niemals-gewalt.de/rede.htm


Da lob´ ich mir die heutige Zeit, wo es seit 2000 das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung des Kindes gibt, auch wenn in der Praxis immer noch viel zu viele Kinderseelen Leid erfahren.

Eine gute Bindung kann ein Kind auch zu seinen Eltern aufbauen, wenn diese arbeiten müssen und nicht den ganzen Tag Zeit haben, vorausgesetzt, die gemeinsame Zeit wird gut genutzt und die Personen, die das Kind in der Arbeitszeit betreuen bieten sich als wirkliche Bezugspersonen an. Die Interaktion muss stimmen.

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Für heute ist für mich Schluss – wünsche allen einen schönen Abend.

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Disclaimer:
Ich sprech nur für mich, lass meine Gedanken raus, gebe keine Empfehlungen.
Jede(r) hat ihren/seinen eigenen Kopf, idealerweise zum DENKEN


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