Keine Erkrankung ist witzig (Therapien)

W.W. @, Freitag, 23.11.2018, 15:21 (vor 22 Tagen) @ IceUrmel

Ist okay, Herr Weihe.

Sollte es ein nächstes Mal geben, schreibe ich „Vorsicht Satire“ davor – ich hoffe, ich denke dann auch daran.

Machen Sie sich nur lustig!;-) Ich gebe es ja zu, dass ich den Witz nicht verstanden habe. Obwohl er witzig war, was es eben umso schlimmer macht.:-(

Ich habe übrigens über Stefans Text nachgedacht. Ich würde die Beschäftigung mit dem Thema "MS und Psyche" nicht in eine Sonderunterecke dieses Forums verbannen wollen, weil es meiner Ansicht nach kein Randthema ist (wie wie die Wittgensteinsche Philosophie ein Randthema sein mag). Wir würde mit einer solchen Unterklassifizierung mit Schamröte im Gesicht einem Denkverbot nachkommen.

Ich glaube, dass es sinnvoll wäre, der Frage nachzugehen, warum dieses Thema so voller Dynamit ist?! Weil es sich. denke ich, um ein Missverständnis handelt. Ich habe ja selbst einmal geschrieben, dass ich die Psychosomatik von Detlefsen für eine "Psychomytholgie" halte, dass es also meiner Ansicht nach primitiv ist, wenn man annimmt, man werde leberkrank, wenn einem eine "Laus über die Leber krabbelt" oder man gelähmt ist, weil man eigentlich "weglaufen möchte".

Aber meine abfällige Redensweise verdeckt etwas Wahres, denn ich glaube(!) auch, dass man, wenn man falsch lebt, eher krank wird, so, wie man eher krank wird, wenn man sich zu dünn bekleidet, wenn es draußen friert.

Zwischen dieser Annahme (und auch der, dass das Immunsystem durch Kummer geschwächt wird) und der "Psychomythologie", also der Überzeugung der Volksmund drücke etwas als Sprichwort oder Redensart aus, was wortwörtlich zu verstehen ist, und der Überzeugung, dass unser Körper unter seelischem Leid leidet, scheinen Welten zu liegen.

Auch wenn das eine primitiv sein mag, wenn man dem Volk aufs Maul schaut, ist es das andere noch lange nicht. So kann ein Missverständnis dazu führen, dass man etwas ablehnt, weil es oberflächlich oder plakativ betrachtet, lächerlich erscheint und dennoch eine tiefere Wahrheit zum Ausdruck bringt.

Ich glaube, der Königssohm, von dem Goethe in "Dichtug und Wahrheit" berichtet, war wirklich sterbenskrank, weil er sich in die junge Konkubine seines Vaters verliebt hatte!

W.W.


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