Marc mit Ocrevus: Eine systemische oder eine philosophische Frage? (Allgemeines)

Marc @, Mittwoch, 31.10.2018, 12:43 (vor 13 Tagen) @ agno

Heinz Wiendl, am 2. Mai 2016 auf dem NeuroForum in Frankfurt.
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=59361
46. Minute bis 51. Minute

Die Schautafel (von 50:16) : Was haben wie über Zellen auf Abwegen gelernt?
Der fünfte Punkt!
Hört man mit der Natalizumabtherapie auf, dann können wieder alle Zellen munter einwandern (Türsteher macht Türe wieder auf...)
(Götze hängt allein im Gehirn rum, wenn aber seine Mitspieler kommen, dann kann er wieder scoren...)

Heinz ist imho der Michael Schuhmacher unter den MS-Forschern!

Sorry, da muß ich aber komplett wiedersprechen. Wiendl ist eher der Beweis, dass es einfacher ist, den Sobek Preis zu gewinnen als ins Kölner Dreigestirn rofl gewählt zu werden.
Mit seinem Vortrag auf dem NeuroForum liefert er ein gutes Beispiel dafür, wie entrückt vom eigentlichen Ziel in seinem Labor gearbeitet wird.

Anstatt den Zuschauern den aktuellen Stand entlang der relevanten Hauptachsen: Neuroprotektion, Neuroregeneration und Prävention zu liefern definiert er seine eigenen Miniziele Entzündungsmechanismen und Biomarker und verheddert sich danach in kleine immunologische Randthemen ohne wirkliche Relevanz die auch noch wissenschaftlich unvollständig dargestellt werden...

Wenn er dann noch seinen Vortag zusammenfasst mit einer "Zukunftsvision" von "Massgeschneiderter Immnuntherapie" und "Verständnis der Progression" dann ist der Zug für einige endgültig abgefahren und man glaubt, bei den 7 Schwaben zu sein.
So jemand wird uns mit seinen Aktivitäten sicherlich nicht mehr zu Lebzeiten nennenswerte Fortschritte für unsere Probleme liefern...

Beim Vortrag aus 2018 ist auch nett zu sehen, wie er die Folie zum Daclizumab Ansatz - vorher noch als Forschungserfolg gefeiert - klammheimlich entfernt hat.
Eine seriöse Diskussion sieht anders aus.

Zurück zu deiner Frage:

Hört man mit der Natalizumabtherapie auf, dann können wieder alle Zellen munter einwandern (Türsteher macht Türe wieder auf...)

Wiendl hat während dem Vortrag selber eingeräumt, dass dies allenfalls ein Erklärungsansatz für einen Reboundeffekt ist, der "manchmal" auftritt.
Ein Reboundeffekt müsste also eigentlich "immer" passieren um diesen Ansatz zu validieren.
Ist aber nicht so.
Die BHS "Tür" kann weit offen sein und es gibt dennoch keine Entzündungen.
Warum? Weil erhöhte Konzentrationen von (getriggerten) Th17 Zellen nicht immer zu Entzündungen führen.
Es gibt ja noch die regulatorischen B-Zellen im Gehirn die Probleme machen können....

Der Götze-Vergleich war zudem eigentlich Panne: Wie man aus den vergangenen 3 Jahren weißt, schießt Götze selbst mit allen Mitspielern im Rücken selten Tore...

Der völlige Fokus auf einen CD4/CD8 bedingten Entzündungsmechanismus zieht sich wie ein roter Faden durch den Vortrag und macht ihn - der an sich bereits völlig auf neuroimmunologische Mechanismen beschränkt ist - vollends unbrauchbar...

P.S. Was hat hat es mit seiner "möchtegern Medical School" Kravatte auf sich? Urlaubsouvenir? In den USA wäre er dafür ausgelacht rofl worden.


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