Die Cochrane Collaboration im Trudeln (Allgemeines)

W.W. @, Samstag, 29.09.2018, 13:16 (vor 24 Tagen) @ jerry

Ich weiß, wovon ich rede! Ich hatte vor Jahren im DEUTSCHEN ÄRZTEBLATT eine Auseinandersetzung mit Jörg Windeler von der Cochrane-Gruppe, die ich trotz unterschiedlicher Meinungen als sehr wertvoll empfand: Der „Galileische Dialog“ von Dr. med. Wolfgang Weihe erschien in Heft 13/2004 unter dem Titel „Klinische Studien und Statistik – Von der Wahrscheinlichkeit des Irrtums“.

Jetzt möchte ich auf den Artikel "Evidenz und Eminenz" von Bernd Hontschik eingehen, wobei ich merke, wie schwer es mir fällt, anspruchsvolle Literatur zu lesen und korrekt wiederzugeben. Ohne, dass ich es merke, fließen immer wieder Vorurteile ein!:-(

Meine Kritik 2004 war zwiefach: 1. war ich der Ansicht, dass der "gesunde Menschenverstand" leicht von der Statistik getäuscht wird, und 2. vermutete ich, dass der segensreichen Tätigkeit der Cochrane-Gruppe dadurch ein Ende bereitet wird, dass die großen Pharmafirmen die an sich sehr gute Cochrane-Ideologie für eigene Zwecke ausnutzen und zum "Schein der Weisen" verkommen.

Dass jetzt einer der Gründungsväter, Peter Gotsche, aus der Gruppe ausgeschlossen wurde, scheint mir ein verheerendes Signal zu sein. Gotsche hatte nicht nur den hemmungslosen Gebrauch von Antidepressiva gebrandmarkt (ich berichtete darüber), sondern auch die zweifelhaften Argumente unter die Lupe genommen, die angeblich für das Mammographie-Screening sprachen.

Der Streit, der jetzt zu seinem Ausschluss führte, war einer über den Nutzen der HPV-Impfung.

W.W.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum