Eine Antwort auf einen interessanten Beitrag bei Sallys. (Allgemeines)

Nalini @, Sonntag, 16.09.2018, 12:08 (vor 62 Tagen) @ W.W.

Was wäre, wenn es eine Binsenweisheit wäre, dass ein gesunder Lebenswandel oft mit einer guten Gesundheit einhergeht, könnte es nicht sein, dass im Laufe des Zivilisationsprozesses diese Binsenweisheit verschütt geht?

Mein Gedanke ist hierzu: Ich würde hier nicht allgemein vom "Zivilisationsprozess" sprechen, sondern spezifizieren. Es ist mMn die Entwicklung der modernen "Schul"-Medizin, im Zuge derer die Bedeutung einer allgemein gesunden Lebensweise in den Hintergrund getreten ist. Mal überspitzt formuliert, die Entwicklung hin zur modernen Schulmedizin hat dazu geführt, dass viele Patienten erwarten, dass für alle Zipperlein doch bitte schön eine Pille da sein sollte. Einwerfen, und alles wird wieder gut. Ob man selbst etwas zur Gesundung beitragen kann, diese Frage ist in der modernen Schulmedizin enorm in den Hintergrund getreten.

Manchmal habe ich den Eindruck, der modernen Schulmedizin kommt dieser Sachverhalt nicht ungelegen. So bleiben die Patienten unmündig und abhängig, und das große Rad unseres Gesundheitssystems, von dem viele profitieren, wie wir wissen, kann sich ungestört weiterdrehen.

Damit möchte ich nicht behaupten, jeder Erkrankte sei selbst schuld. Beileibe nicht. Mich selbst hat es ja auch erwischt, und das nicht zu knapp. Und man sollte die moderne Schulmedizin nutzen, wenn es nicht anders geht. Dann kann sie äußerst hilfreich sein. In einem gewissen Rahmen haben wir jedoch Möglichkeiten, uns durch "gesunde" Lebensweise selbst zu helfen. Und mMn sind wir gut beraten, wenn wir Versuche unternehmen, diese Möglichkeiten zu nutzen.

Ein einfaches Beispiel soll das verdeutlichen, was ich meine. Thema Blasenentzündung. Der schulmedizinische Weg in Reinform wäre es, mit jeder Blasenentzündung bei doc/in aufzutauchen und Antibiotika zu nehmen. Der konträre Weg wäre, sich Gedanken zu machen, was die Blasenentzündung getriggert haben könnte. Vielleicht kommt man auf Ideen wie Kälteexposition, zu viel Zucker gegessen, zu wenig getrunken und und und ... Hier muss jede/r selbst prüfen. Und man kann alternative Heilmittel probieren: Tees, Säfte, Wärmflasche, und und und ... Man muss ausprobieren. Ich würde niemandem Schuld geben, der oder dem es nicht gelingt, eine Blasenentzündung ohne Antibiotika zum Abklingen zu bringen. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Denn wenn ein Weg gefunden werden kann, Blasenentzündungen mit natürlichen Mitteln zu behandeln, erspart man dem Körper (und der Umwelt) viel Stress und Schäden durch häufige Antibiotikaeinnahme.

Und mit diesem Beispiel möchte ich eine These von Ihnen unterstützen. Gesunde Lebensweise kann mehr sein als bloß gute "Rahmenbedingungen" für den Körper zu liefern. In manchen Fällen ist eine ungesunde Lebensweise die URSACHE für die Erkrankung. Ob es bei MS so ist, ist wie wir wissen umstritten. Bei meinen Blasenentzündungen ist es ganz oft so, da bin ich mir sicher.

Meine Behauptung ist: Wir haben die Ursache der MS schon längst gefunden. Sie hat andere, aber doch ganz ähnliche Ursachen wie die Arteriosklerose, und sie werden Risikofaktoren genannt.

Das glaube ich auch, wohlgemerkt glaube angel smile
Genetische Disposition plus Risikofaktoren, das klingt für mein Verständnis sehr plausibel.
Der von den Hallensern beschriebene HERV-Prozess könnte dabei irgendwo dazwischengeschaltet sein.


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