Aufräumen mit dem Lebensstil-Hype bei MS (Allgemeines)

Marc @, Freitag, 14.09.2018, 11:13 (vor 12 Tagen) @ Boggy

Was ich gegen die von mir so genannten "Lebensstil"-Missionare habe?

Beispiel von Life-SMS, eine Veröffentlichung mit dem Titel: "MS ist keine Einbahnstraße".
Text:
"In dieser ersten Ausgabe der Erfolgsgeschichten zur selbstbestimmten Überwindung der Multiplen Sklerose (...)"

Darin steckt eine MS-Ideologie, eine unterschwellige Behauptung, daß man als MS-Patient die MS "überwinden" kann, wenn man "selbstbestimmt" handelt.

Was "selbstbestimmt" bedeutet, weiß Life-SMS.
Notfalls gibts Seminare, Vorträge usw.

Die MS-Patienten, die keine Erfolgsgschichten zu vermelden haben, sind dann letztlich selbst dafür verantwortlich,
haben weiter die Straße - gegen die Vorstellungen von Life-SMS - für eine Einbahnstraße gehalten und sind weiter vorangetrottelt.

Ach ja, und worum gehts in der Veröffentlichung noch:
"Die Geschichten sollen auch helfen, das Dogma der Unheilbarkeit von Autoimmunerkrankungen aus dem Weg zu räumen (...)."

Nein.

Hi Boggy,

Es ist interessant, dass du in deiner Argumentation ausgerechnet das neue Buch der Life-SMS wählst.
Ich hatte einen ähnlchen Eindruck wie du nach Durchsicht der Webseite, hatte mir aber neulich vorgenommen, einen Nachmittag zu opfern um auf deren Treffen mir ein näheres Bild zu machen.

Die Teilnehmer und Diskussionen während der Vorträge errinnerten derart an dieses Forum, dass ich fast den Eindruck hatte, an einem UfO Forenseminar teilgeommen zu haben. Alle Authoren des "Einbahnstrasse" Buchs waren anwesend und eine hielt auch einen Vortrag...den sie nicht mal wirklich zu Ende bringen konnte weil eine Teilnehmerin fast die gleichen Argumente wie du in die Runde rief was sofort eine allgemeine Diskussion auslöste welche den Raum in Befürworter und "Querdenker" spaltete...irgendwie ging es doch noch weiter, aber nicht so richtig :-(

Wie dem auch sei, ich habe nicht den Eindruck, dass dort ernsthafte kommerzielle Absichten sind. Das sind Betroffene wie wir, die einfach versuchen, das Phänomen einer unheilbaren, chronischen Krankheit auf ihre Weise zu bewältigen. Manche sind Künstler, manche Physiker, oder sonst was. Autodidakten in einer Welt der Neurologie, Immunologie, Psychosomatik und allen anderen Symptomen denen man im Laufe der Jahre übern Weg laufen kann. Alle haben gemeinsam, dass sie irgendwie nichts gemeinsam haben. Alles was worin man Struktur vermutet wird aber eifrig aufgeschrieben und als "Wegweiser" gesehen.

Und wenn jemmand in dem Buch ein Kapitel geschrieben hat, dann wohl einerseits "um anderen Mut zu machen" womöglich auch einfach aus erhöhtem Sendungsbewusstsein. Es wird m.E. jedenfalls nicht "missioniert". Jerry hat neulich hier im Forum einen Thread zu Krankheitserfahrungen aufgemacht. Das "Einbahnstrassenbuch" ist halt als ob jemand es ausgedruckt hätte.

Ich schaffe also nicht da mehr rein zu interprätieren, musste aber fairerweise dazu die anderen erst mal kennenlernen.

Gruß,
Marc


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