ich hatte Angst (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 11.09.2018, 13:27 (vor 68 Tagen) @ GG

Ihr link hat mir zu denken gegeben. Was war es, das mich bewegte, diesen Thread zu eröffnen? War nicht eine Provokation dabei, wenn man einerseits von "unheilbar" und andererseits von "überwindbar" spricht?

Wenn ich mein Gewissen prüfe, war es wohl so: Ich las Lisas Leidensgeschichte und wie sie dann schließlich eine Autoimmunhepatitis bekommen hat, und dachte: "Ist Lisa nicht möglicherweise von Neurologen in die Angst getrieben worden, wie man in einer aussichtslosen Lage seine Haut doch noch retten kann?!" Wie ein Vogel, der durch ein geöffnetes Fenster in ein Haus geflogen ist, aber nun nicht mehr herauskommt, weil er verzweifelt immer wieder ins Licht und damit gegen eine geschlossene Scheibe fliegt?

Ich weiß natürlich nicht, wie es bei Lisa war, aber wenn einem die Ärzte glaubhaft versichern, man leide unter einer heimtückischen Krankheit, die man "hard and early" bekämpfen muss und nicht "kleckern, sondern klotzen", wenn es sich also so verhalten hätte, dass man also ein unzutreffendes Bild von der MS im Kopf hat und darum wie ein Wilder auf sie einschlägt, dann kann man dieses Engagement der Ärzte bewundern, aber man kann auch mit Schrecken davorstehen, wie Ärzte sich ins Bockshorn jagen lassen.

Die Ärzte halten die MS für eine schreckliche Krankheit und behandelt sie mit schrecklichen Medikamenten, denn ein "verzweifeltes Übel will eine verzweifelte Medizin".

Wenn das so wäre, dass den Ärzten von interessierter Seite eingeredet würde, sie hätten mit der MS einen gefährlichen Drachen vor sich, den man nur durch eine gefährliche Medizin in Schach halten könnte, dann kann man den Mut der Ärzte für anerkennenswert, aber auch für verrückt halten.

Und wenn jemand als Patient diesen in die Irre gehenden Vorstellungen ausgeliefert ist, dann kann er in seiner Verzweiflung dem Rat der Ärzte folgen. Davor möchte ich warnen! Dass die Angst zum Ratgeber wird!

Und wie kann man sich mit der Diagnose MS abfinden, sich einrichten? Damit meine ich nicht, dass man es sich gemütlich machen kann, und dennoch: "Kann man mit so einer Diagnose leben wie man mit dem frühen Tod seines Kindes leben kann?" Ich traue mir die Antwort nicht zu, aber auf diesem Weg liegt das "Überwinden".

Die Verteufelung der MS durch die Ärzte und ihre Behauptung, man könne das Leid der MS-Betroffenen durch gefährliche Medikamente lindern, halte ich für eine gefährliche Lüge.

W.W.


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