persönlicher WEG (Allgemeines)

Tiff-Ahn, Freitag, 03.08.2018, 20:36 (vor 16 Tagen) @ Nalini

psychologischer Eigenanalyse.
Da stellt sich mir die Frage: Kann man sowas mit Intelligenz und Intuition selbst herausfinden, oder braucht es professionelle Begleitung?

Die Antwort bzw. den Weg (das Wort wurzelt in Bewegung!) kann jedeR nur selbst finden, denke ich. Also wie und ob mit oder mitohne Profi.

Ich habe irgendwann entschieden, auf MICH zu hören: Also wie fühlt sich etwas an, was löst eine Resonanz aus …. und zu pendeln - zwischen Fantasie, Vernunft, Traum, Intuition, Zufall …. die Welt ist so viel größer und der Sinn ist so viel tiefer.

Ich kann mich erinnern, dass zu einer Zeit, als ich sehr in Bedrängnis war (noch vor der MS), dass mich ein Buch aus einem Schaufenster anschaute, das hieß: „Die Erlöserfalle“ das berührte mich, ich kaufte es, und es gab mir zumindest damals die Legitimation, mich aus einigen krassen gefühlten Verpflichtungen herausziehen.

Auch kann ich mich an einen Traum erinnern (auch noch vor der MS), als ich über unser damaliges Grundstück ging und den Grenzstein suchte und suchte und nicht fand – es hat viele Jahre gedauert, bis ich den Sinn dieses Traumes in seinem ganzen Ausmaß begriff.

Siehst du diesen Grundsatz verletzt, wenn zum Beispiel Sonja Wierk schreibt
(ich verschone mal bewusst den manchmal arg gebeutelten W.W.):
Zitatbeginn
"Bei unseren Klinikaufenthalten und durch unsere Arbeit mit Erkrankten haben Sonja und ich die immer gleichen Verhaltensweisen erlebt, die unserer Meinung nach nicht nur MS auslösen, sondern unweigerlich immer tiefer in die Krankheit führen, wenn man zu keiner Veränderung in der Lage ist:
• Unglaublich hohe Ansprüche an sich selbst (und unausgesprochen natürlich auch an andere) gehören dazu. Ein eigentlich sehr gut ausgeprägter Wille, den aber Erkrankte viel zu selten zu ihrem eigenen Nutzen einsetzen.
• Ein schlecht ausgeprägtes, eben nicht fundiertes, sondern nur gespieltes Selbstwertgefühl lässt sich häufig feststellen. Der Wunsch und gleichzeitig auch die Angst, Rücksicht auf alle nehmen zu müssen, hindern an der freien Entfaltung der eigenen Persönlichkeit."
Zitat Ende. Aus: Dem Leben wiedergegeben, S. 43.
Was meinst du? Verletzen Sonja Wierk und Barbara Zaruba die Betroffenen mit solch einer Aussage? Oder wäre das für dich okay?

Hmmmm, es ist grenzwertig. Immerhin schreiben sie „unserer Meinung nach“.


Ich hätte diese Sätze übrigens vor etlichen Jahren nicht auf mich anwenden können, weil ich mich ganz anders gesehen habe. Und ich würde es auch heute ganz anders formulieren, mit meinen Worten, mit meiner Geschichte und jemand Anders würde vielleicht sagen, das ist doch dasselbe.

Klischees und Kategorien verdinglichen die einzelnen Personen zu sehr, finde ich.

Für mich war und ist es ungeheuer wichtig, dass ich mich selbst ent-deck-e, meine Bilder, meine Wahrheit, meine Worte. Meine Wahrnehmung war zu sehr verseucht mit Fremdinterpretationen.

Und für mich ist heute auch wichtig, die neurobiologischen Zusammenhänge* einigermaßen verstehen zu können, um mich von Schuld und Vorwürfen befreien zu können. Um diese Kräfte, die da wirken, verstehen zu können und die letztendlich der Ursprung dieser "Verhaltensweisen" sind.

Es gibt auch Leute, die mit denselben Verhaltensweisen gesund alt werden. WICHTIG ist mMn das Empfinden und das lässt sich eben nicht so leicht ändern wie das Verhalten.

*Viellicht ist das anderen aber gar nicht wichtig? Dann brauchen sie sich ja auch nicht damit zu beschäftigen.

Zurück nochmal zu deiner Frage - wenn die von dir zitierte Beobachtung richtig sein sollte, ist die Frage auch: Hilft es den Betroffenen?

Ist jetzt etwas chaotisch geworden - aber so ist das Leben manchmal :-)


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