persönliche Bemerkung (Allgemeines)

W.W. @, Mittwoch, 01.08.2018, 16:48 (vor 20 Tagen) @ julia

Ich gebe es zu, dass ich mich durch Boggys heftige Einmischungen oft abgeschreckt fühle, nicht, weil ich nichts ab kann - das kann ich schon - aber es ist so, als ob ein bissiger Hund hinter mir her wäre. Das ist mir selbst sehr unangenehm, weil ich an sich gern mit Boggy diskutiere, aber soll nicht seine Bekehrungsversuche an mir auslassen und dann - nachdem er richtig um sich getreten hat - kaltschnäuzig zu bemerken, jetzt ziehe er sich wieder zurück in sein Kloster, als habe man ihr rausgelockt.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass Boggy und ich uns in vielem einig sind. Ich versuche es noch einmal auf die Schelle in 10 Punkte zu packen - so wie es Boggy ja auch immer wieder versucht hat:

1. Ich glaube, dass es eine MS-Persönlichkeit gibt, aber ich bin mir nicht sicher.:-( Auch und gerade deswegen nicht, weil ich weiß, wie verführerisch es sein kann, einen Menschen 4 Temperamenten zuzuordnen (cholerisch, pyknisch, athletisch, phlegmatisch), 4 Neurosetypen (hysterisch, zwanghaft, schizoid und depressiv) und wie es noch einer ist, einem Menschen 12 Tierkreiszeichen zuzuordnen, weil immer eins dabei ist, was in etwa zu ihm passt. Ich halte das für Scharlatanerie: "Leicht zu gewinnende Leute", würde Kafka sagen.

Aber das mit der MS-Persönlichkeit... Ich glaube daran. Eventuell weil ich mir die MS-Patienten so aussuche, dass sie in mein Schema passen oder weil ich das, was ich von ihnen weiß, so zurechtstutze, dass es mir in den Kram passt.

Und dennoch glaube ich, dass es einen Persönlichkeitstyp gibt, der eine MS anzieht wie das Licht die Motten. Muss ich das statistisch belegen können? Ich glaube, das kann man statistisch nicht belegen, und ich glaube, die Statistik wird maßlos überschätzt, denn in aller Regel kann man Persönlichkeitszüge und als belastend empfundene Belastungen nicht "messbar" machen.

Und wiederum dennoch ist die Forderung Boggys nach "objektiven Daten nicht von der Hand zu weisen, weil man unglaublich viel Blödsinn verzapfen kann, wenn man sioch auf psychosomatische Abwege begibt! In dieser Hinsicht stehe ich also auf der Seite Poppers.

Aber wenn man das eine und das andere bedenkt, darf man dann die Diskussion wie mit einer Peitsche beenden? Nein! Weil auch an diesen Gedanken etwas dran sein könnte.

2. Ich halte es für außerordentlich bedenklich, MS-Betroffenen zusätzlich zu ihrer Krankheit auch noch die Schuld aufzulastenh, selbst füt ihre Krankheit verantwortlich zu sein. Aber ich meine, man könnte ohne "schwarze Psychchosomatik" zu betreiben, von "Verstrickt-sein" und "Mitverantwortung" sprechen.

3. Ich glaube, dass Psychotherapeuten manchmal (oft?) zu wenig Ahnung von der MS haben. Sie schwimmen - und machen es dadurch schlimmer! Das heißt aber nicht, dass ich die Psychotherapie generell ablehne - überhaupt nicht! Aber sie dauert und dauert und dauert. Und läuft Gefahr, sich seine Dauerpatienten herauzuzüchten.

4. Ich leghne Dahke und Detlefsen aus tiefstem Herzen ab und bezeichne das, was sie für xder Weisheit letzten Scgluss halten, als Psychomythologie.

5. Ich glaube mit Wittgenstein, dass wenn wir alle Fragen. die wir naturwissenschaftlich lösen können, beantwortet hätten, dann hätten wir das Wesentlich noch nicht einmal berührt.

6. Ich halte die MS ganz selbstverständlich für eine "psychosomatische" Krankheit, weil für mich die meisten Krankheiten (vom Herzifarkt und Scghlaganfall angefangen über Colitis ilcerosa und Morbus Crohn bis hin zur Migräne) für psychosomatisch halte, also etwas, was zwischen Körper und Seele steht.

7. Wer zu viel an Studien glaubt, läuft Gefahr, von ihnen hinters Licht geführt zu werden.

8. Die Fatigue ist kein seelisches Symptom, sondern ein inkomplettes Diskonnektiossyndrom.

9. Die MS ist eine rein menschliche Krankheit. Tiere haben keine MS, und darum sind alle Tierversuche eine Sackgasse.

10. Wenn ein Arzt von einem Pharmakonzern dafür Geld nimmt, dass er ein Medikament empfiehlt, dann ist er meiner Ansicht nach bestechlich.

11. Der gesunde Menschenverstand ist wichtiger als noch so viel Internet-Wissen.

12. Das esoterische Denken oder Homöopathen und Heilpraktiker sind gefährdet, mehr Scharlatanerie als Neurologen in zertifizierten Ambulanzen.

13. Die Gefahr, in die Fänge der Pharmaindustrie zu geraten, ist besonders groß bei Ärzten und Professoren, die sich besonders wissenschaftlich geben.

14. Naturwissenschaftler denken oft nicht. Das sage nicht ich - so etwas würde ich mir gar nicht anmaßen - sondern Martin Heidegger.

W.W.


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