Konkrete Erfahrungen (Allgemeines)

Jakobine, Mittwoch, 11.07.2018, 13:25 (vor 10 Tagen) @ fRAUb

Das ist natürlich keine Antwort auf nix.

Als Sozialarbeiterin und Erziehungswissenschaftlerin mit ausreichend Erfahrungen in dem Arbeitsgebiet, fällt mir folgendes zu der Diskussion ein.
Ich nehme an, die Diskussion wird hauptsächlich ideologisch geführt. Ich finde geistig- und psychisch stark behinderte Kinder haben nichts in einem Gymnasium, einer Abi-Klasse zu suchen. Man kann sie dort nicht gut unterstützen, fördern und fordern. Körperliche Behinderte bestimmt.
Ich habe in den letzten Jahren zwei Jungs aus der Pflegefamilie meiner Freundin mitbekommen. Der eine ist psychisch "behindert" und wurde sehr gut gefördert in einer Schule für Lernbehinderte. Die Schule hatte er nicht abschließen können, danach konnte er mit viel Unterstützung den Hauptschulabschluss nachmachen. Meine Freundin hatte den Wunsch, dass er eine Lehre absolvieren sollte. Er wollte Friseur werden, er brach ab, als es in dem Friseurladen wohl kommunikative und atmosphärische Probleme gab. Danach kam er in eine Einrichtung mit der Friseurausbildung. Als sich Probleme mit anderen psychisch problematischen Mitschülern ergaben, brach er ab. Danach wurde eine Lehre als Polsterer in Angriff genommen. Bei einem Lehrherrn der selbst ein behindertes Kind hatte, als sehr unterstützend, brach er ab, und so weiter und so fort. Alles mit entsprechender pädagogischer Begleitung. Heute mit 26 Jahren arbeitet er in einer Behinderten-Werkstatt, wo er sicher unterfordert ist.
Der zweite Junge konnte das Abi machen, es war nicht einfach, er musste das Abi-Jahr nochmal wiederholen, ich habe ihn dabei unterstützt und begleitet. Es war ein schwieriges Unterfangen, sehr viel Kompliziertes im Schulalltag hätte er nicht verkraften können. Das sind natürlich nur Einzelfälle, aber mit denen muss im Schulalltag gearbeitet werden. G.Jakobine


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