Es werden viel zu viele MRT-Kontrollen gemacht! (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 10.07.2018, 12:22 (vor 128 Tagen)

Wenn sie ehrlich sind, kriegen viele Neurologen die Krise, wenn ein Patient mit 5, 10 oder 20 MRT anrückt. Patienten, die ihr Gehirn oder ihr Rückenmark lieben, haben dafür wenig Verständnis: Wie kann ein Arzt das das rasch durchblättern, was sie selbst für so wichtig halten?

Das Wertvolle kann verkommen, wenn es so häufig wie Sand am Meer auftritt. Dann erkennt man nicht mehr die Schönheit des einzelnen Sandkörnchens. Bei den MRT-Kontrollen ist es ähnlich: Als ob in der Bilderflut etwas Wesentliches verschüttet würde.

Aber was ist das Wesentliche? Weiße Herde? Schwarze Herde? Ihre Größe? Wo sie lokalisiert sind? Ob sie Kontrastmittel aufnehmen? Welche verschwunden und welche neu hinzugekommen sind?

Nehmen wir einmal an, Sie kommen zu einem Neurologen, der Ihren Stapel Bilder achtlos zur Seite schiebt und sagt: "Mich interessieren nur Ihre letzten Bilder - und zwar die FLAIR-Aufnahmen."

Zu diesem Menschen können Sie vermutlich kein Vertrauen haben. Er nimmt Sie nicht für voll!!!:-( Und wenn er dann nicht einmal die Bauchhautreflexe auszulösen oder den Babinski? Und wie Sie Spitz und Stumpf und Warm und Kalt voneinander unterscheiden! Das interessiert ihn nicht, sondern er will Ihre Lebensgeschichte wissen, und in welchen Situationen es zu den Schüben gekommen ist.

Zu Recht fühlen Sie sich fehl am Platz und sind froh, wenn Sie das Sprechzimmer wieder verlassen. Schließlich haben Sie ja nicht um eine psychologische Beratung gebeten!:-(

Ich kann Sie gut verstehen; so ein Neurologe kann nichts für Sie sein! Während ich dies schreibe, werde ich schamrot, denn ich bin genau so einer.:-( :-( :-(

W.W.


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