PKV / GKV (Allgemeines)

Michael27, Sonntag, 10.06.2018, 14:07 (vor 70 Tagen)

Ich bin zwar selbst in einer PKV, wünsche mir aber schon seit Jahren, dass endlich eine Bürgerversicherung kommt, bzw. die Zweigleisigkeit PKV/GKV abgeschafft wird.

Von den Leistungen unterscheidet sich der normale PKV-Vertrag nicht mehr viel vom GKV-Vertrag. Bei beiden bekommt man viele Leistungen nur gegen zusätzliche Kosten (zusätzliche Vertragskomponenten in der PKV-Vollversicherung, private Zusatzversicherung in der GKV).

Bei Heilmitteln bekommt man zwar vielleicht öfter Leistungen in der PKV als in der GKV, aber nicht in voller Höhe erstattet. In meinem Vertrag zahlt die PKV z.B. 19,50 € für 30 Minuten Physiotherapie oder 13,80 € für eine Massage.

Bei Hilfsmitteln ist es besonders krass. Während man in der GKV über das Sozialgesetzbuch (SGB) abgesichert ist, sind in der PKV geschlossene Hilfsmittel-Kataloge inzwischen fast schon die Regel (wenn man keine Zusatz-Komponente im Vertrag bucht). Das SGB gilt nicht, und es wird nur erstattet, was der Hilfsmittel-Katalog hergibt - egal ob medizinisch sinnvoll oder notwendig. Auch das hat mir der Ombudsmann relativ unverblümt geschrieben nach dem Motto "Sie haben ja gewusst, was Sie unterschreiben" (Anmerkung: ich halte und hielt die Aufzählung der Hilfsmittel für beispielhaft und nicht für erschöpfend, da das Wort "geschlossen" in Zusammenhang mit dem Hilfsmittel-Katalog nicht auftauchte - wohl aber beim Heilmittel-Verzeichnis).

Im Alter errechnet sich der PKV-Beitrag aus der gewährten Leistung (abzügl. Alters-Rückstellung), während der GKV-Beitrag sich an der Höhe der gesetzlichen Rente orientiert und meines Wissens Betriebsrente, Riester-Rente, Lebensversicherungen, etc. als Einkommen keine Rolle für den GKV-Beitrag spielen.

Und da wir alle im Durchschnitt immer länger leben, wird die PKV für Patienten von Jahr zu Jahr uninteressanter.

Im wesentlichen dient die PKV inzwischen zur Alimentierung/Finanzierung der Ärzte. Für dieselbe Leistung wird oft das Doppelte oder Dreifache wie gegenüber der GKV abgerechnet. Und mich ärgert es immer mehr, dass meine Beiträge zu einem nicht unerheblichen Teil einfach dazu dienen, die Finanzierung von niedergelassenen Ärzten sicherzustellen.

Michael


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