Falsch: Wenn Überlastung MS-Ursache, dann müsste es viel mehr MS-Kranke geben (Allgemeines)

W.W. @, Freitag, 08.06.2018, 16:04 (vor 12 Tagen) @ Michael27

Es leben rund 80 Millionen Menschen in Deutschland.
Die alle mehr oder weniger ähnlichen Belastungen ausgesetzt sind, die mehr oder weniger ähnliche psychische Strukturen aufweisen usw.
aber es gibt "nur" rund 200 000 MS-Erkrankte!
Wenn "Überlastungen" (oder "psychische Faktoren") als die Ursache der MS behauptet wird, dann müßten weit, weit mehr Menschen an MS erkranken.

Weil dieses Argument immer wieder mal vorgebracht wird, möchte ich mal reagieren. Das Argument ist - mit Verlaub - unsinnig.
Die richtige Fragestellung lautet (unterstellt, Überlastung in irgendeinem Sinn wäre die/eine MS-Ursache): wo liegt die individuelle Belastungs-/Überlastungs-Grenze. Diese Grenze könnten pro Jahr 10, 1.000 oder eine Million Menschen überschreiten (und an MS erkranken).

Ein anschauliches, wenn auch drastisches Beispiel, welches mir gerade einfällt:
Bei einem Atombomben-Abwurf sterben innerhalb eines bestimmten Radius nach spätestens 12 Monaten alle Menschen. Wenn man den Abstand zum Ort der Atombomben-Explosion immer größer wählt, sinkt der Prozentsatz derjenigen, die innerhalb eines Jahres an den Folgen sterben, von 100 über 50 und 10 auf 1 und 0,1 Prozent. Aber auch diese 0,1 Prozent in vielleicht 100 oder 500 km Abstand sind Opfer des Atombomben-Abwurfs (auch wenn sich das sicher nicht so einfach ermitteln läßt).

So könnten im Rahmen der Überlastungs-Theorie (von der ich persönlich nichts halte) heute in Deutschland z.B. 200.000 Überlastete (= MS-Kranke) leben. Mit zunehmender Beschleunigung der Abläufe im Arbeitsleben, Reizüberflutung, etc. könnten es in 10 Jahren 400.000 sein. Und selbst wenn es vor 100 Jahren nur 1.000 waren, könnten diese 1.000 von den damaligen Lebensumständen überlastet gewesen sein.

Mit der allgemeinen Einschätzung, dass in westlichen Ländern Belastungen auf gesellschaftlicher Ebene kontinuierlich steigen, müßte die MS-Quote kontinierlich steigen (was sie ja auch tut) - es sei denn, wir Menschen würden uns schneller an steigende Belastungen gewöhnen als diese steigen (was ich für noch unwahrscheinlicher halte als die MS-Überlastungstheorie).

Ich danke Ihnen, dass Sie das schreiben! Und das als jemand, der ziemlich objektiv ist, weil er von der Überlastungstheorie nichts hölt!;-) Tatsächlich hatte ich mich gewundert, dass Boggy so ein Argument benutzt!

W.W.


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