die Zahlen - hier - MS - Enstehung, Schübe, - der Standpunkt (Allgemeines)

galadriel, Freitag, 08.06.2018, 13:26 (vor 10 Tagen) @ Boggy

Es leben rund 80 Millionen Menschen in Deutschland.
Die alle mehr oder weniger ähnlichen Belastungen ausgesetzt sind, die mehr oder weniger ähnliche psychische Strukturen aufweisen usw.
aber es gibt "nur" rund 200 000 MS-Erkrankte!
Wenn "Überlastungen" (oder "psychische Faktoren") als die Ursache der MS behauptet wird, dann müßten weit, weit mehr Menschen an MS erkranken.

Mahlzeit,
besten Dank Boggy für Deine leicht verständlich geschriebene Erklärung.
Du kommst mir vor - wie ein netter Professor.......
Die Zahl: 200.000 ERKRANKTE - glaube ich nicht....- weil.....

ein letzter Beitrag von Galadriel, den ich in der Vergangenheit
gelesen habe - nichts zur Ursache (sorry), die ich nicht kenne.

hier:
2010:
(A. Chaudhuri, Dept.auf Neurology und
Peter O. Behan / Archieves of Neurology.....die Wahrheit ist immer unbequem....

Man kann also eine MS haben und nichts davon merken. Dies steht im offenkundigen Widerspruch zu dem düsternen Leumund der Erkrankung und es ist nicht vom geringen Interesse abzuschätzen, wie hoch wohl dieser Anteil an „stummer MS“ sein mag.

Zufallsbefunde bei Obduktion/kalkulierte Häufigkeit
Gilbert (1983) : 5 von 2450/ 204 auf 100.000

Georgi (1961): 12 von 15.644/ 77 auf 100.000

zusammen: 17 von 18.094/94 auf 100.000

Tabelle: zufällig gefunden MS-typische Befunde bei Obduktion, die sich klinisch
nicht bemerkbar gemacht hatten, sind nahezu ebenso häufig wie klinisch diagnostizierte
MS-Fälle.

Hierzu existieren zwei grössere Studien,
die eine genügend genaue Aussage zulassen.
Wenn man beide zusammen nimmt, ergibt sich, dass die Häufigkeit „stummer“ MS-Fälle
1:1000 beträgt und damit genauso hoch ist wie die Häufigkeit von diagnostizierten
MS-Erkrankungen in Deutschland.
Das heist wiederrum: auf jeden diagnostizierten MS-Fall kommt einer , der so milde
verläuft, dass er sich dem klinischen Nachweis entzieht.
Oder anders gesagt:
die Hälfte aller MS-Erkrankungen verläuft stumm (Bates 1994)

vor Einführung der Kernspintomographie war die Diagnose einer MS ausserordentlich schwierig und es gab grob unterteilt, 3 Gruppen:

1.)
zur grössten gehörten die, die eine leichte Form der MS hatten
diese aber nie bemerkten. Man sprach von klinisch „stummen“ Verläufen,
die z.B. als Zufallsbefund bei Obduktionen zutage kamen.......

2.) Patienten, die zwar ein oder mehrere Male Symptome erlitten, die einen Verdacht
auf MS weckten, aber letztendlich nicht zu erhärten war.......
Hierzu gehörte auch eine Vielzahl von Menschen, bei denen sich die Ärzte mit
Ihrer Diagnose zwar sicher waren, aber schwiegen.......

weil sie überwiegend junge Menschen nicht beunruhigen wollten und auf einen günstigen
natürlichen Verlauf hofften.
Das war zu rechtfertigen, denn die therapeutischen Möglichkeiten, auf den Verlauf
einzuwirken, waren damals gleich NULL.
Tatsächlich kam bei vielen von denen, die eine MS hatten, es aber nicht wußten(besser war´s),
die Krankheit selbst zum Stillstand und sie entgingen so der statistischen Erfassung......

3.) die letzte Gruppe war die kleinste. Sie bestand aus den Krankheitsfällen,
die so dramatisch verliefen, dass sie nicht übersehen werden konnte.
Da aber nur diese Verlaufsformen damals für epidemiologische Untersuchungen zur Verfügung standen, wurde das Bild der MS durch die ungünstigen (und damit am besten zu diagnostizierenden) Verläufe geprägt.


Diese Situation änderte sich schlagartig, als in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts
die Kernspintomographie in die klinische Diagnostik eingeführt wurde.

Während zuvor die Diagnose zu schwierig gewesen war.........

WAR sie jetzt zu LEICHT..........

Heutzutage kann davon ausgegangen werden, dass die MS in mehr als zwei
Drittel der Fälle einen milden Verlauf nimmt, also die Lebenserwartung nicht
wesentlich verkürzt und zu keiner oder nur einer unwesentlichen „Behinderung“
führt.

Und was sagt man dazu:

Zeichen im Hirn......hat keinerlei Aussage darüber, ob jemand daran erkrankt und Ausfälle hat.

Warum:
das weiss ich nicht.

Deshalb:
ist ein Lesen am Anfang - einer "MS" - Diagnose unglaublich
wichtig - um abwägen zu können (BT, MRT mit ohne Kontrastmittel und auch
über alle existierenden Möglichkeiten...die unterschiedliche Ärzte vorgeben
und dann selbst zu entscheiden...für sich...nach Absprache mit einem Doc
des Vertrauens, der nicht immer leicht zu finden ist!)

und Kernspintomographie bei "MS"-Verdacht:
ein Segen oder ein Kreuz?! und für wen?

Galadriel


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