Nach 10-15 Jahren führt praktisch jede MS zu einer Behinderung!? (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 15.05.2018, 13:20 (vor 153 Tagen) @ Marc

Meine Aussage war, dass man Hypothesen basierend auf Nutzerverhalten in kleinen privaten Foren zum Thema MS nicht verlässlich für eine generelle Aussage zum Krankheitsverlauf einer landesweiten Population mit mehreren 100.000 Diagnosen treffen kann. Sie vermuten etwa 800.000 Fälle in D (??)

Womöglich haben sie Recht mit ihrer Annahme. Eine "verlässliche Statistik" können sie hieraus aber nicht erstellen.

Ihre Antwort irritiert mich.:-( Ich wollte auf etwas hinaus, was vermutlich so simpel ist, dass es kaum der Erwähnung wert ist, darauf nämlich, dass die Hoffnung, die ein paar MS-Erkrankte haben, in einem MS-Forum verlässliche Angaben über den Verlauf der MS zu bekommen, falsch ist.

Denn in einem MS-Forum schreibt nur eine bestimmte Auslese von Erkrankten. Meiner Ansicht nach (Spekulation?!) sind es die, die auf irgendeine Weise Schwierigkeiten mit ihrer MS haben. Ich glaube, dass diese "Auslese" keine Aussage über den durchschnittlichen MS-Verlauf macht.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir in diesem Punkt einer Meinung sind, aber dann bleibt immer noch die Frage nach dem, was Sie "Spekulationen" nennen. Was mich irritiert, ist, dass das Wort "Spekulation" wie ein Kampfbegriff gebraucht wird, also etwas bezeichnet, mit dem man sich nicht abgeben sollte.


Meine Schwierigkeiten rühren daher, dass ich 1. meine, dass wir immer nur spekulieren können, denn nie wissen wir genug, dass es für hartgesottene Kritiker ausreicht. Das heißt, ich fürchte, auch wenn man sich noch so gut auskennt, (z.B. über den Israel-Palästinenser-Konflikt), wird es immer Menschen geben, dass man diese oder jene Tatsache nicht gewusst oder nicht genügend berücksichtigt hat.

Mein 2. Punkt ist -und das habe ich auch gerade eben gemerkt, als ich versuchte, Ihnen zu antworten: Je präziser wir versuchen uns auszudrücken, desto unverständlicher und nebulöser wird das Ganze. Wir fügen Konjunktive und Einschränkungen ein, sagen "manchmal", "häufig" oder "nicht ganz selten", winden uns also so, dass man sich letztendlich fragt: "Was hat er jetzt eigentlich gemeint?"

Hier im Forum ist mir aufgefallen, dass Jerry, Julia und Naseweis (ich habe sicher viele vergessen)über die besondere Fähigkeit verfügen, etwas klar auszudrücken und auf den Punkt zu bringen.

Mir gelingt das leider nicht, das ist der Grund für viele Missverständnisse.:-( Ich denke, MS-Gesellschaften und MS-Forscher könnten klarer sagen, wie häufig die MS ihrer Ansicht nach ist, ob die MS in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, und auch ob es nur eine MS oder 4 Subtypen gibt. Aber sie drücken sich so verschwurbelt aus, dass man nicht weiß, was sie eigentlich sagen wollen.

Warum tun sie das? Zum einen, weil sie nicht spekulieren wollen und von Fachkollegen angegriffen werden, zum anderen, weil sie hinter ihren schwammigen Begriffen, so korrekt sie sein mögen, die Interessen ihrer Auftraggeber verstecken. Klipp und klar gesagt: MS-Gesellschaften und MS-Forscher wollen, dass die MS schlimm ist, und sie bekämpfen jede Vermutung, dass die MS besser sein könne als ihr Ruf, als romantisierend und profitschädigend.

W.W.


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