Man sagt jetzt wohl häufiger als früher, Neurologen seien dumm. (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 17.04.2018, 09:11 (vor 8 Tagen)

Früher galten die Neurologen als die Intellektuellen unter den Ärzten. Seit der Kernspintomographie ist das wohl nicht mehr so und ganz besonders scheinen sie mir in die Kritik geraten zu sein, nachdem Renate_S. die Unwissenheit von Neurologen hinsichtlich von Cortison gebrandmarkt hat.

Aber die neurologische Dummheit ist nicht von gewöhnlicher Art, sondern eine sehr eigene. Ich würde drei Facetten besonders herausheben: die Scheuklappen-Dummheit, die Verschlagenheit und die Zwei-Fliegen-mit-einer-Klappe-Dummheit.

Scheuklappendumm können Menschen sein, die gut informiert sind, aber alles ausblenden, was ihnen nicht in den Kram passt. Sie können also viele Studien zu den Betainterferonen oder Cortison zitieren und inhaltlich richtig wiedergeben, berücksichtigen in ihrer Übersicht aber nur die, die ihre vorgefasste Meinung bestätigen.

Gerade Neurologen in größeren Ärztegesellschaften neigen zu diesem Fehler, und diese haben naturgemäß auch Schwierigkeiten, die Argumente, die gegen die Autoimmuntheorie der MS sprechen zur Kenntnis zu nehmen, oder zu akzeptieren, dass gutartige MS-Verläufe nicht ganz selten sind. Wohlgemerkt hängt diese Art von Dummheit nicht vom Intelligenzquotienten ab.

Die zweite Art von Dummheit ist die Verschlagenheit. Sie ist hochgefährlich. Bei ihr benutzen hochintelligente Menschen ihre Intelligenz dazu, andere über den Tisch zu ziehen.

Es gibt noch eine dritte Art, wenn man nämlich behauptet, man könne nichts als Gutes tun und dabei viel Geld verdienen. Man dreht und wendet es also so, dass das, was man tut, gut erscheint und teuer bezahlt wird, weil es so gut ist.

Es erhebt sich also die Frage, ob intelligente Menschen dumm sein können. Ich glaube, das ist möglich, und wenn sie passiert, muss man aufpassen!

W.W.


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