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Schicksal (Allgemeines)

Doro @, Montag, 16.04.2018, 00:46 (vor 9 Tagen)

Vor 12 Jahren bin ich von Sachsen-Anhalt nach Baden-Württemberg ausgewandert. Die erste Zeit war etwas schwierig. Ein völlig neuer Kulturkreis. Aber es ist mir relativ schnell gelungen, mich zu integrieren. Natürlich mit sprachlicher Unterstützung meines Lebensgefährten.
Inzwischen kann ich beim Bäcker ohne zu stocken Spitzweck und süße Stückchen verlangen und beim Metzger(der Begriff war mir auch nicht geläufig) über Fleischküchle reden.
Ich habe auch gelernt, daß man sich mit einem Teppich zudeckt und daß die Füße bis zur Hüfte reichen.
Aber nun zwingen mich die Umstände (Tod meines Lebensgefährten) zur Ausreise. Es geht zurück in die alte Heimat. Morgen wird gepackt. Es fällt mir echt schwer. Ich bin ja nicht mehr die Jüngste.
Es ist schon was dran an dem Sprichwort „Alte Bäume verpflanzt man nicht“
Meine Kinder, Enkelkinder, meine Schwestern und alle meine alten Freunde freuen sich schon.
Nur bei mir will keine rechte Freude aufkommen. Es werden zu viele Tränen fließen beim Abschied von den Freunden, die ich hier gefunden habe und von der Stadt, in der ich mich so wohl gefühlt habe.
Es wird ein Abschied für immer sein. Da mache ich mir nichts vor. Die Entfernung ist einfach zu groß und meine körperlichen Einschränkungen sind zu schwer, um mal schnell einen Besuch zu machen.

Doro (mit tränenden Augen)

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"Lerne zuhören, und du wirst auch von denjenigen Nutzen ziehen, die nur dummes Zeug reden." Platon


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