Gibt es wertvolle Rufe in der Wüste? (Allgemeines)

jerry @, Sonntag, 11.03.2018, 13:24 (vor 193 Tagen)

Hallo Boggy,


ich beziehe mich auf diesen Beitrag von WW und Deine Antwort darauf, und erlaube mir, einen eigenen Thread draus zu machen. Weil ich finde, dass dort etwas vermischt wird, was imho getrennt zu betrachten wäre.

Hat es Dir gut getan, Deinen Post betreffend die von Dir wahrgenommene 'zwanghafte Besessenheit' WWs nach Verschieben in den LogIn-Bereich hier im Allgemeinen Forenabschnitt nicht nur in voller Länge zu wiederholen... sondern noch einmal deutlich ausführlicher darzustellen als zuvor?

Fällt damit nicht Deine Unterstellung jener zwanghaften Besessenheit mindestens ein wenig auf Dich selber zurück?

Zumal Deine Kritik für mein Empfinden an dieser Stelle nicht angebracht oder jedenfalls kontraproduktiv ist...

Denn WW geht es doch im Eröffnungspost überhaupt nicht z.B. um die Darstellung verquaster Gedanken 'schwarzer' Psychosomatik, sondern schlicht um '...MS besser als ihr Ruf' - woraus sich seine bekannten Empfehlungen zu einem Watchful Waiting herleiten, anstatt Neudiagnostizierte unmittelbar aggressivsten Therapien zu unterziehen.

Da versteht er sich möglicherweise als verzweifelter Rufer in der Wüste. Und neigt zur Wiederholung jenes Rufens. Dies allerdings in der vorliegenden Situation einer kompetenzzertifizierten Richtlinienmedizin, die genau jenes unmittelbare therapeutische Eingreifen soeben zum einzig rationalen Normalfall erklären und etablieren will. Unter 'besessener' Verwendung falschen Hochglanzes...

Falls Du ihm tatsächlich in diesem Belang vors Schienbein treten willst (und für meine Begriffe tun dies alle jene 'wütenden' KommentatorInnen im von Amy zitierten AMSEL-Posting!), dann möchte ich dagegen halten:

Dies käme mir vor, wie wenn ein Verkehrsexperte behaupten würde, eine vorsichtig zurückhaltende Fahrweise verringere die Wahrscheinlichkeit von Verkehrsunfällen deutlich... woraufhin er von allen in Krankenhäusern und Rehakliniken behandelten Unfallopfern niedergemacht und zum Scharlatan erklärt wird: Denn im jeweils eigenen Falle habe ihnen ihre vernünftige Fahrweise nix genutzt!

Diesbezüglich hat in der Tat ein nicht von MS Betroffener einen ganz anderen Blickwinkel bzw Überblick als jemand, der sich aus Gründen seiner MS-Fatigue über größere Zeitabschnitte seines Lebens im Bergkloster aufzuhalten hat, oder aus dessen Alltag der Rollstuhl nicht mehr wegzudenken ist, oder der sich verständlicherweise davor fürchtet wohin es die Progredienz noch so treiben wird, oder...!!!

Und dennoch ist eine Empfehlung von zurückhaltendem Umgang mit der eigenen MS für die heutzutage viel frühzeitiger und 'öfter' Neudiagnostizierten sinnvoll und kein Scharlatanswahnsinn. So wie die Empfehlung des Verkehrsexperten zu einer defensiven Fahrweise halt auch ihre Berechtigung hat!!

Der entsprechende Passus im WW-Buch an Frischlinge ist übrigens wunderbar klar ausgedrückt und imho gut begründet (sinngemäß 'wenn heute bei Ihnen MS diagnostiziert wird, ist die Wahrscheinlichkeit eines gutartigen Verlaufes ungleich höher als wenn Sie die Diagnose vor 40 Jahren erhalten hätten').

Cui bono - wem nützt es, diesen Ruf zur Scharlatanerie zu erklären?!
Und den Rufenden zum zwanghaft besessenen alten Mann?!


LG, jerry


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