MS, humane endogene Retroviren, Fortsetzung Dr. Emmer (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 28. November 2017, 13:18 (vor 13 Tagen) @ Boggy

Trifft es das besser?


Ehrlich, ich kann dazu weder ja noch nein sagen.
Mein Eindruck ist weiterhin: das ist wohl deutlich komplizierter.

Ich texte Sie stattdessen mal etwas zu...

Ich danke Ihnen. Ich werde es heute Nachmittag lesen. Sollte ich kurz darüber in meiner Neuauflage schreiben?


Mein Text ging bisher so:

Meine persönliche Meinung zur Ursache der MS
Was ich über die MS denke, ist im Grunde genommen dies: Ich glaube, die MS ist keine Krankheit im üblichen Sinn, weil sie in der Mitte steht zwischen körperlichen und seelischen Krankheiten. Kurz gesagt: Ich halte die MS für eine herdförmige Schädigung, die in den Hirnregionen entsteht, die überlastet sind.

Wie ich darauf komme, muss ich erklären. Als ich noch ein junger Arzt war, habe ich ganz anders gedacht, aber mit den Jahrzehnten hat sich meine Sichtweise verändert. Ausgangspunkt war, dass ich lange angenommen hatte, die MS-Herde seien zufällig über das Gehirn und das Rückenmark verteilt. Aber mit der Zeit kamen mir Zweifel, denn die Sehnerven waren doch ganz offensichtlich eine Vorzugslokalisation der MS, und ganz ähnlich schien es mir mit dem Halsmark zu sein, wo praktisch wie durch ein Nadelöhr die Informationen von oben nach unten und umgekehrt laufen. Und auch in der periventrikulären Region ist es nicht anders, obwohl sie ‚stumm’ zu sein scheint. Aber das ist sie natürlich nicht. Es besteht ein reger Verkehr von kreuzenden Informationen um den Hirnbalken herum. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sich hier der aktivste Hirnbereich befindet. Inwiefern unterscheiden sie sich also von anderen, weniger betroffenen Hirnregionen? Ich weiß nicht mehr genau, wann es war, aber plötzlich war es für mich sonnenklar, dass zuviel Strom durch sie floss, kurz: Sie waren überstrapaziert.

Damit begannen meine Überlegungen. Das nächste war die perivenöse Lage der Herde, d.h. die Tatsache, dass sich im Zentrum jedes Herdes eine Vene befindet. Anfänglich dachte ich, das müsse etwas mit den besonderen Verhältnissen in den Venen zu tun haben, dass hier also das Blut langsam fließt und deshalb Schadstoffe Zeit genug haben durch die Venenwände hindurch ins Gehirngewebe einzudringen – wie ein Tintenklecks auf Löschpapier.
Jetzt glaube ich, dass es genau umgekehrt ist! Wenn meine Annahme von der Überlastung zutreffend wäre, könnten ja in den ‚überhitzten’ Hirnregionen Stoffwechselabbauprodukte entstehen, die möglichst schnell abtransportiert und entgiftet werden müssten. Das natürliche Abwassersytem des Gehirns des Gehirns sind ja nun einmal die Venen, es wäre also denkbar, dass sie unter bestimmten Umständen überlastet werden könnten – wie ein Abwasserkanal, der nach einem Wolkenbruch überquillt.

Dann würde sich um die Venen herum ein Rückstau bilden, in dem die Konzentration von Abbauprodukten so stark erhöht ist, dass sie auf das Gewebe toxisch wirken und eine Entzündung vortäuschen könnten.

Daraus ergab sich ein dritter Punkt. In der MS-Forschung dominiert die Ansicht, die MS sei eine Erkrankung, bei der überaktive Lymphozyten das eigene Hirngewebe angreifen würden. Diese Vermutung beruht im Wesentlichen darauf, dass man in MS-Herden häufig Lymphozytenansammlungen beobachtet hat. Der naheliegende Schluss lautete, es müsse sich um eine chronische Entzündung handeln. Aber dann erschien die bemerkenswerte Arbeit von Barnett und Prineas, die den Verdacht nahe legt, dass die Lymphozyten nicht primär für die Schädigungen im MS-Herd verantwortlich sind, sondern eher sekundär einwandern, um zerfallendes Hirngewebe abzutransportieren (siehe Kapitel 1).

W.W.

PS: Vielleicht kommt ja jetzt Bewegung in diese verkrustete Angelegenheit!:-)


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