Blick in den Spiegel (Straßencafé)

stefan ⌂ @, Berlin, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 11:15 (vor 61 Tagen)

Ich mag die Ufos nicht wirklich.

Die Art und Weise, wie Menschen hier über sich, diese Diagnose schreiben, nach Heilung von außen rufen, wie wir miteinander umgehen, immer wieder neu dieselben gleichen Fragen aufwerfen, uns meist degenerativ im Kreis winden, von Austausch, Kontroversen, Freude und Lebendigkeit? erzählen - ich erlebe das hier ganz anders - eher wie im Gefängnis, alles starrt an eine Wweiße Wwand, bei einem realen Treffen kommen fünf Leute und einer redet die ganze Zeit an den anderen vorbei mit zwei Touristinnen - natürlich war es ein großes Fest, die ganze Ufos - eine einzige Orgie kreativer, lebensfroher Dichter_Innen.

Was ich an den Ufos mag, ist das ich hier wie in einen Spiegel schauen kann und Kontakt zu den Anteilen von mir aufnehmen, die ich an mir bislang nicht mag.

Auch ich bin zuweilen abwesend, nicht präsent, mache viel zu viel parallel, und wie leicht ist es, sich an anderen zu stoßen...

Zumal kann ich hier eben den einen oder anderen Text einstellen, mich etwas lebendig fühlen, im Austausch?

Offensichtlich bin ich auch ich hier und da einsam - wirklich nach Kontakten, Menschen suche ich hier aber wohl nicht.

Für mich ist es wohl eher eine Ego-Veranstaltung, ich suche nach mir, meinen Worten, Anteilen, die Diagnose interessiert mich immer weniger, gleich wird mir ein Rollstuhl geliefert.

Die Welt - thats me.


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