Das ungute Gefühl (Therapien)

Sonne @, Montag, 02. Oktober 2017, 21:33 (vor 70 Tagen) @ W.W.

Das ungute Gefühl.

Das kann ich nachvollziehen, da hatte ich hier auch oft beim Lesen ihrer Beiträge und hatte es auch anfänglich einmal ganz klar in direkter Ansprache zum Ausdruck gebracht.
Daraufhin hielten Sie mich für ein junges freches Ding aus der Schweiz.

Also ja : ich bin der Meinung, dass ein MS – Forum nicht überstrapaziert werden sollte für eine Buchbesprechung. Das stimmt.
Da Sie aber offensichtlich viele Anhänger hier haben (und es sei Ihnen durchaus gegönnt sei!) habe ich mich gaaaanz langsam daran gewöhnt, in der linken Spalte die W.W. – Beitrage mit immer den immer wiederkehrenden Themen aufleuchten zu sehen.

Leider wurden dabei so einige Themen immer wieder hochgeköchelt, frei nach dem Motto: „Steter Tropfen höhlt den Stein!“ , obwohl dem auch genug Gegenwehr (z.B. die zwiegespaltene Phsychosomatik – Geschichte) gegenüberstand.

Meine Reaktion darauf, ist dann eher das Kreuz oben rechts zu bedienen, weil mich dieses stoisch Festgezurrte nervt.

Ich bin eine von jenen, welche Ihre Bücher nicht gelesen haben und sich nach über 2 Jahrzehnten (ich bin übrigens 55 Jahre alt, wahlbeheimatete Randberlinerin) Ihren ganz eigenen Weg gesucht hat, ohne dabei festgezurrt zu sein und zu bleiben.

Deshalb z. B. lese und verstehe ich, dass Sie nach Ihren Hirnblutungen und in Ihrem Alter gewisse (und berechtigte) Schwierigkeiten haben.
Mein Empathie - Gedanke dazu wäre jetzt abendfüllend erklärbar, aber im Hier und Jetzt nicht umsetzbar (wird eh* schon wieder ein Roman).

Deshalb habe ich Ihnen z. B auch zuletzt einen von Marc gesetzten Link einfach mal durch den Übersetzer gejagt. Aber Sie könnten das auch selbst tun, oder es wenigstens versuchen.
Eine Frage hier von Ihnen und Sie erhalten mindestens (ich pokere jetzt einmal) 5 Hilfestellungen hier.
Was wollen Sie mehr???

Aber für ein zu veröffentlichendes Buch sollten und müssen Sie selbst Verantwortung zeichnen, „sauber“ und vollständig recherchieren. Das sollte (meiner Meinung nach) die Pflicht jeden Autors eines Sachbuches oder Ratgebers gegenüber seinen Lesern sein.

Wenn Sie hier aus berechtigter Unsicherheit manche Themen zur Diskussion stellen und sich Reaktionen wie z. B. Verweise auf Coimbra ergeben, tun Sie das, um alles richtig zumachen und in seiner Gänze erfassen zu wollen, oder?

Da hilft es nix.. als sich mit den Themen auseinander zu setzten und bei Nichtverstehen gezielte Fragen zu stellen.
Eine Erwartungshaltung bezüglich „es wird mir ja wohl jemand erklären können“ ist hier fehl am Platz, weil Sie als Autor das Buch schreiben
Dann verstehen Sie sicher, dass es manchen Usern dann einfach zu anstrengend wird?

Jetzt greife ich noch einmal die „Gegenseitige Befruchtung“ auf:
Man kann und sollte jeden Gedankenrohlinge mit anderen teilen können.
Vollkommen richtig!
Da bin ich ganz bei Ihnen.

In einem Forum wie hier werden die Gegensätze zum Konglomerat aus den verschiedensten Biografien, Stärken, Schwächen und Zielen – und gerade das Thema Krankheit auch mal fernab des Mainstreams, ein Kraftfeld, in dem sich die Dinge einfach ganz neu ordnen, vielleicht auch ein völlis Chaos bleiben.

Sich dem zu öffnen, scheint hier öfter mal die Schwierigkeit zu sein.
Zeugnisse rückhaltloser Selbstprüfungen, intim und öffentlich zugleich? Hier werden persönliche Erfahrungen in intensive, eindringliche Bilder gebracht oder konsequent verschwiegen.In bestechender Klarheit und bezwingender Gefühlskultur suchen sie/ wir alle letztlich die Kommunikation, wollen uns mitteilen, das Erlebte - die Freude wie den Schmerz - in Worte bringen, in Sprache bannen, teilen - die Wundstellen der eigenen Existenz, die Zerreißproben des Alltags, der Strom von Vergehen und Neubeginn.
Je mehr und länger ich lese, so klarer mein Gedanke wird, auch schärfer und jeder Schritt klüger, wenn man dies mit so vielen Unterschiedlichkeiten in Form von Patriarchalisierung des Menschen bis in sein Innerstes und körperlich bis auf Zelleben geprägt haben.

Mich inspiriert das auch, selbst wenn ich es einfach über die Forengrenze hinaus mitnehme, ohne mich an jeder Diskussion zu beteiligen.

Es kommt auf die Beziehungen – im Dazwischen – an. Das Beste, was demnach eine nachhaltige „dialogische Saatbeet-Kommunikation“ nennen. Das ist auch Toleranz, die das Miteinander in allen erdenklichen Ausprägungen ermöglicht.
Meine neu gewonnene Toleranz entsteht nicht immer aus den exakt formulierten Worten, sondern eher und ihren Zwischenräumen, aus den geheimnisvollen Beziehungen zwischen dem Gesagten und dem Nichtgesagten, aus der Melodie der Worte und ihrer rhythmischen Läufen, aus Anklängen und Mitklängen.

Dialoge zwischen allen möglichen und unmöglichen Akteuren und Stakeholdern fördern, Gegenseitige Versuche des Verstehens und des Verständnisses, Freude, Spaß und ein ehrlicher Streit sind die Basis für gemeinsames Commitment und Neues, das manchmal unerwartet aber immer einzigartig ins Leben kommt.
Deshalb bin ich auch nicht dafür jemanden aus all dieser Vielfalt, mal eben in den goldenen Herbst zu schicken.
Haben wir hier nicht „mehr“ Zeit und Raum, auch klar zu machen, was uns stört oder verletzt?
Vielleicht auch genauso in einer direkten Ansprache?
Und damit meine ich nicht die hittigen oder gar faxigen, skandalschürenden.... :wink:


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