Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie) (Therapien)

W.W. @, Sonntag, 06. August 2017, 13:19 (vor 10 Tagen) @ Boggy

P.S. Stressbewältigungsverfahren können sicher ihren Sinn haben. Aber wenn die reale Situation, die den Stress auslöst, nicht aufgehoben wird, ist die Wirkung sehr begrenzt. Denn die weiterbestehende Stress-Situation wird auch weiter stressend wirken.

Lieber Boggy,
wie dem auch sei: Ich halte das Ergebnis dieser Studie auch für wenig befriedigend. Es enttäuscht mich! Das sind nicht die Argumente, die man gegenüber der Basistherapie auffahren sollte. Eigene schlechte Argumente widerlegen nicht die schlechten Argumente der anderen.

Ich habe es schon wiederholt gesagt: Vorbildlich ist die Haltung POPPERS (Mannheimer Forum 75/76, S. 47):

Meine Antwort auf die Frage: "Woher weißt Du das? Was ist die Quelle, die Grundlage Deiner Behauptung? Welche Beobachtungen liegen ihr zugrunde?" ist also: "Ich sage ja gar nicht, daß ich es weiß, meine Behauptung war nur als Vermutung gemeint. Auch wollen wir uns nicht um die Quelle oder die Quellen kümmern, aus denen meine Vermutung entsprungen sein mag; es gibt viele mögliche Quellen, in bin mir keineswegs über alle im Klaren. Auch haben Ursprung und Herkunft nur wenig mit der Wahrheit zu tun. Aber wenn Dich das Problem interessiert, das ich mit meiner Vermutung versuchsweise lösen wollte, dann kannst Du mir einen Dienst erweisen; versuche, sie so scharf wie es Dir nur möglich ist, zu kritisieren! Und wenn Du Dir ein Experiment ausdenken kannst, dessen Ausgang, Deiner Meinung nach, meine Behauptung widerlegen könnte, so bin ich bereit, Dir bei dieser Widerlegung zu helfen, soweit es in meinen Kräften steht.

Mein Problem ist (wenn ich es frank und frei äußern darf): Obwohl die Aussage der Pharmaindustrie, dass die Basistherapie wirksam ist, nicht ausreichend belegt ist, beginnen viele schon, Beweise für die gegenteilige These zu suchen!

Ist es nicht angezeigt, zweifelsfrei zu belegen, dass die Basistherapie unter dem Strich nach etwa 10jähriger Anwendung zu einer Verringerung des EDSS geführt hat, wenn man dieses Ergebnis mit MS-Betroffenen vergleicht, die sich nicht haben behandeln lassen?

Oder habe ich es übersehen: Gibt es auf diese Frage schon längst eine Antwort? Ich würde ganz im Sinne von dem oben zitierten Popper-Zitat gern und aufrichtig darauf antworten. Nur, wenn jetzt jemand behauptet, für die Aussage der Pharmaindustrue g#be es dutzende, wenn nicht Hunderte von Beweisen, und man wisse gar nicht, wo man anfangen sollte, um die These, dass die Basistherapie der MS wirksam ist, zu belegen, dann kämpfe ich tatsächlich gegen Windmühlen. Denn dann würde ist etwas widerlegen wollen, bevor es bewiesen worden ist!

W.W.


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