Psychologie gegen Multiple Sklerose (Studie) (Therapien)

Boggy, Sonntag, 06. August 2017, 12:48 (vor 108 Tagen) @ naseweis

> Eine Studie zeigt, dass mit psychologischer Hilfe weniger neue Krankheitsherde im Gehirn entstehen.

Lieber naseweis,
das ist mal wieder ein Beispiel, wie aus einer Studie eine Aussage gezimmert wird, die aus der Studie selbst nicht haltbar ist, und auch durch die Studie so nicht belegt wird.
Genauso weng, wie die Aussage unten =>

Stressvermeidung ist für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) wichtiger als gedacht. Denn die seelische Belastung fördert die Entstehung neuer Krankheitsherde im Gehirn. Ein gezieltes Programm zur Stressbekämpfung kann dies jedoch verhindern. Das zeigt erstmals eine Studie US-amerikanischer Forscher an 121 MS-Patienten. Drei Viertel derjenigen, die eine wöchentliche Psychotherapie absolvierten, blieben ein halbes Jahr lang ohne neue Entzündungsherde.

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Ich will die Ergebnisse der Studie nicht herunterspielen, aber relativieren.
Fragen:
- Ist der prozentuale Unterschied "77 Prozent" von insgesamt 121 Studienteilnehmern gegenüber "55 Prozent" statistisch bedeutsam?

- "ein halbes Jahr lang ohne neue Entzündungsherde." ist das bei MS schon ein Zeitraum, der aussagekräftig ist?

- Ist es berechtigt, hier allgemein von "Psychotherapie" zu sprechen? Genaugenommen handelt es sich um ein "psychotherapeutisches Stressbewältigungsprogramm".

- Und schließlich "Eine Nachuntersuchung 24 Monate später zeigte allerdings, dass die positive Wirkung nur für die Dauer der rund sechsmonatigen Therapiezeit
anhielt."
Was bedeutet das? Was hat tatsächlich gewirkt? Wirklich die "Stressbewältigungsverfahren"? Oder nicht vielleicht das regelmäßige Aufsuchen einer Gruppe (es war, wenn ich mich richtig erinnere, aus früheren Veröffentlichungen, eine Gruppen-Therapie)?
Das zeitweilige Gefühl von Geborgenheit, von Aufgehobensein?

Man kann noch mehr Fragen stellen.
Aber ich heute nicht mehr ... bin fix und alle ...
Gruß
Boggy

P.S. Stressbewältigungsverfahren können sicher ihren Sinn haben. Aber wenn die reale Situation, die den Stress auslöst, nicht aufgehoben wird, ist die Wirkung sehr begrenzt. Denn die weiterbestehende Stress-Situation wird auch weiter stressend wirken.

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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