Krieg und Frieden, auch mit sich selbst (Allgemeines)

Karo, Mittwoch, 21.06.2017, 16:19 (vor 457 Tagen) @ agno

Und Karo? Ich lese da zwischen den Zeilen keinerlei vorwurfsvollen Tonfall. Auch Karo lese ich sehr gerne! Es könnte vielleicht sein, dass sich Karo ihre Energie effizient einteilen möchte und keinerlei Hilfsversprechen abgeben will.

Danke! Ja, so ist es, vorwurfsvoll waren meine Zeilen sicher nicht gemeint. Und ja, es geht mir auch darum, meine Energie effizient einzuteilen, zumal mich das Thema nicht besonders interessiert.

Und noch mehr: Am Beispiel Apotheken Umschau habe ich zu zeigen versucht, wie einfach eine Recherche sein kann und darüber hinaus, wie schnell man sich an gewissen Thesen die Finger verbrennen kann - was WW aus persönlicher Erfahrung auch sehr gut selbst weiß.

Mit den Ergebnissen einer derart schlichten Google-Suche kann man ohnehin bestenfalls eine Stammtisch-Debatte bestreiten. Für eine seriöse Buch-Publikation, deren Aussagen gerichtsfest sein sollen, sind sie kaum geeignet.

Würde man für die ÄrzteZeitung usw. recherchieren, dürfte die Ergebnislage wahrscheinlich ähnlich ausfallen.

Das wiederum bedeutet, dass man, um gerichtsfest zu sein, sehr gründlich und aufwändig recherchieren muss. Wenn man das als Autor selbst nicht mehr schafft, gibt es vielleicht eine gesundheits- und pharmapolitisch fachkundige Arbeitsguppe, die ihr Wissen beisteuern kann oder die Recherche übernehmen möchte.

Oder aber professionelle Recherche-Dienste, die natürlich bezahlt werden wollen.

Dann wurde die Frage angesprochen, was zu tun ist, wenn jemand sich mit einer Aufgabe permanent überfordert fühlt, sich ständig verzettelt und sich über einen mittlerweile langen Zeitraum hinweg erkennbar damit quält.

Heute früh fiel mein Blick auf eine zweibändige, sehr schön gestaltete Ausgabe von Tolstoi: Krieg und Frieden, das sind 1.182 Seiten höchst anspruchsvolle Weltliteratur, ein gewaltiges Pensum, das mich inzwischen völlig überfordern würde.

Nun könnte ich es trotzdem versuchen - und jeden Tag aufs Neue grandios daran scheitern und meine Umgebung damit in den Wahnsinn treiben.

Ich habe mich aber für den anderen Weg entschieden, nämlich mich von Krieg und Frieden zu verabschieden und mit etwas Wehmut in der Stimme zu sagen, "war ne schöne Zeit, als ich das noch lesen konnte, aber gut, dass ich es jetzt nicht mehr tun muss!"

Und dann würde ich mich zum Beispiel den schönen Erzählungen von Wilhelm Ge*azino zuwenden oder einem Band mit Kurzgeschichten oder dem Roman Ein Tropfen Zeit von Daphne du Maurier, der schon so lange auf mich wartet.

So ganz widerspruchsfrei und glatt läuft das natürlich nicht, aber es ist mir auf jeden Fall lieber als die Verzweiflung an einem Scheitern, das ich mir jeden Tag aufs Neue selbst organisiere.


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