Glaubenskriege der Neurologen (Allgemeines)

Marc @, Dienstag, 20.06.2017, 17:19 (vor 516 Tagen) @ W.W.

Ich versuche gerade eine Studie von Helen Tremlett zu besprechen.

Zur Studie: An der Studie haben 2.656 Patienten teilgenommen mit sicherer schubförmiger MS (RRMS). Sie erfüllten die Auslesekriterien für die CRAB-Behandlung und zwar 1985-2004. Es wird angenommen, dass die Studie 80% aller Neuerkrankten in British Columbia erfasst.

Die unbehandelte 1995-2005-Gruppe hat geringere EDSS-Werte, eine geringere durchschnittliche Schubrate innerhalb von 2 Jahren und brauchten eine längere Zeit, um von den ersten Symptomen zu einer klinisch sicheren Diagnose zu kommen.

Die Ergebnisse der British-Columbia-Studie werden von deutschen MS-Experten zwar nicht angezweifelt, aber man behauptet, die Studie habe Mängel und vergleiche 'Äpfel mit Birnen' (Peter Rieckmann). Darum lohnt es sich die British-Columbia-Studie teilweise zu übersetzen, obwohl ich weiß, dass solche Analysen sehr anstrengend sein können. Aber geht es nicht um sehr viel???

Was wird der hieraus entstehende Beitrag zu den "Glaubenskriegen" der Neurologen werden? Die Fronten, die sich seit den beiden Publikationen in 2014/15 gebildet haben, sind nach wie vor verhärtet.

Die Tremlett Studie behauptet, dass keine langfristige Einschränkung der Behinderungszunahme nach Nutzung von CRAB bestehen würde, die Kappos Studie sagt aus, dass Basistherapien das Risiko auf Umstellung von schubförmig auf einen sekundär progredienten Verlauf nach 15 Jahren von 50% auf 20% senken würde.

Tremlett wird kritisiert da alles papierbasiert gemessen wurde und nur wenige Qualitätskontrollen stattfanden. Kappos wird natürlich wegen der Nähe zur Pharma.

Es wäre m.E. sehr schwer, nun irgendein "Killerargument" zu finden, dass eine der beiden Seiten überzeugen würde..


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